München (epd). In Bayern wird weniger Fläche für Windkraftanlangen benötigt, als die offiziellen Angaben vermuten lassen. Darauf hat der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (VBEW), Detlef Fischer, in einer Presseerklärung vom Freitag hingewiesen. Für Bayern definiere das "Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen an Land" bis Ende 2032 sogenannte Windvorrangflächen im Umfang von 1,8 Prozent der Landesfläche.

Tatsächlich handle es sich dabei aber zum Großteil um Abstandsflächen, die weiter "wie gewohnt" für Landwirtschaft oder Forstwirtschaft nutzbar seien. Die durch Windkraftanlagen versiegelten Flächen würden sich selbst bei sehr konservativer Berechnung nur auf 0,02 Prozent der Fläche im Freistaat belaufen, erklärte Fischer. Im Vergleich dazu seien rund 5 Prozent der bayerischen Bodenfläche mit Straßen versiegelt, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er halte das offizielle Flächenziel bei der Windkraft deshalb für "unglücklich definiert".

Selbst bei einer größeren Anlage mit einer Leistungsfähigkeit von 5,5 Megawatt würden samt Zufahrtswegen und Platz für Wartungsarbeiten höchstens 5.000 Quadratmeter "verbaut", sagte der VBEW-Geschäftsführer. "Windenergieanlagen haben im Vergleich zu Photovoltaik-Freiflächenanlagen einen äußerst geringen Flächenbedarf", erklärte Fischer. Dass sie insbesondere in der dunklen Jahreszeit Strom lieferten, sei vielen Menschen nicht bewusst.

Wenn die aktuell geltenden gesetzlichen Vorgaben erfüllt würden, könne Windkraft künftig rund 10 Prozent des bayerischen Energiebedarfs decken. "Wir brauchen den schnellen Windkraftausbau in Bayern, da bringen uns Scheindiskussionen und Panikmache nicht weiter", resümierte der Energiefachmann.