Augsburg (epd). Der scheidende Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt vor neuen Rückschlägen im Kampf gegen den Hunger. Die Folgen der Corona-Pandemie und viele Konflikte hätten zu einer negativen Trendwende geführt, sagte Müller der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Millionen Menschen stehen ohne Arbeit auf der Straße, Versorgungsketten sind unterbrochen, Lebensmittelpreise steigen." Verschärft werde die Lage durch den Klimawandel. Menschen, die nichts mehr zu essen haben, verließen ihre Heimat und es komme zu Verteilungskonflikten.

Jeden Tag verhungerten 15.000 Kinder, sagte der 66 Jahre alte CSU-Politiker, der dem neu gewählten Bundestag nicht mehr angehört und die Leitung der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (Unido) übernehmen wird. Das sei ein unglaublicher Skandal. "Hunger ist Mord, denn wir haben das Wissen und die Technologie, alle Menschen satt zu machen", betonte Müller. UN-Organisationen und andere Hilfswerke müssten ausreichend finanziert werden, um den weltweiten Hunger zu bekämpfen.

Laut dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Welthunger-Index der Welthungerhilfe waren im vergangenen Jahr 155 Millionen Menschen überwiegend in Konfliktregionen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen - fast 20 Millionen Menschen mehr als im Jahr 2019.

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