Neuendettelsau (epd). Das evangelische Sozialunternehmen Diakoneo hat auf die seit einigen Wochen von verschiedenen Kita-Elternbeiräten geäußerte Kritik wegen teils drastischer Beitragserhöhungen reagiert. Man bedaure den Unmut der Eltern "und die Tatsache, dass sie sich über die Ursachen für die Kostensteigerungen schlecht informiert fühlen", teilte ein Diakoneo-Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag auf Anfrage mit. Man habe die Eltern aber "auf die schlechte finanzielle Ausstattung durch die Landespolitik" hingewiesen. Gleichwohl könne man "nicht jede Frage" sofort und umfassend beantworten.

Diakoneo stellte klar, dass man sich "selbstverständlich" an die Vorgaben des Bayerischen Kinderbildungs- und -Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) gehalten habe. Man sei gemäß den BayKiBiG-Vorgaben mit sämtlichen Elternbeiräten aller 29 Kindertageseinrichtungen im Gespräch. Dass die Elternvertreter diese dezentral, also vor Ort etwa mit den Regionalleitungen geführten Gespräche unterschiedlich bewerten, "haben wir registriert". Man arbeite weiterhin daran, "dem Informationsbedürfnis der Eltern und Elternbeiräte umfassend Rechnung zu tragen". Man bemühe sich, "anstehende Fragen vor allem vor Ort zu lösen", hieß es weiter.

Konkret bedeute dies, dass man "in Diskussionen mit den Gemeinden" als Auftraggeber für die Kitas Lösungen zu finden, "um die nicht auskömmliche Finanzierung der Kinderbetreuung" durch die staatlichen Zuschüsse auszugleichen. In Bayern werden die Betriebskosten einer Kita nach Berechnungen des Evangelischen Kita-Verbandes Bayern nur zu 60 bis 65 Prozent durch Zuschüsse gedeckt - der Rest soll laut Gesetz über Spenden, Elternbeiträge oder Mittel der Träger zusammenkommen. Experten halten das für utopisch und fordern daher einen Förderanteil von mindestens 80 Prozent, um zu hohe Elternbeiträge zu vermeiden.

Diakoneo kritisiert in diesem Zusammenhang auch die bayerische Staatsregierung deutlich: Zwar habe der Freistaat eine bessere Refinanzierung des Anstellungsschlüssels und der Fachkraftquote angekündigt. Im gleichen Atemzug seien aber "rückwirkend bewährte Förderprogramme" gekürzt worden: "Damit kann keine verlässliche Kinderbetreuung sichergestellt werden", moniert das evangelische Sozialunternehmen. Diakoneo hat die Elternbeiträge an manchen Orten teils um mehr als 100 Prozent erhöht. Hintergrund sind gestiegene Sach- und Personalkosten, die jahrelang nur zum Teil an die Eltern weitergegeben wurden.