München (epd). Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein erhält den Moshe Rosen-Preis der Europäischen Rabbinerkonferenz. Sie werde für ihren großen Einsatz zur Bekämpfung von Antisemitismus in Europa geehrt, teilte die Konferenz Europäischer Rabbiner (CER) am Freitag mit. Von Schnurbein, die aus Regen im Bayerischen Wald stammt, erhalte die Auszeichnung während der CER-Generalversammlung. Diese findet vom 22. bis 24. November in München statt.
Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner und Oberrabbiner von Moskau, sagte über die Preisträgerin: "Katharina von Schnurbein hat sich mit großem Engagement für die Förderung der interreligiösen Beziehungen und den Schutz der Religionsfreiheit für alle eingesetzt." Für ihr unermüdliches Engagement und ihre Hingabe zur Unterstützung der jüdischen Gemeinde in Europa wolle man ihr aufrichtigen Dank aussprechen.
Katharina von Schnurbein hat den Angaben zufolge als EU-Antisemitismusbeauftragte eine führende Rolle bei der Bekämpfung des Judenhasses in der EU und bei der Förderung einer toleranten europäischen Lebensweise. Sie setze sich entschieden dagegen ein, Antisemitismus und Hassreden in sozialen Medien zu bekämpfen. Zuvor war sie unter anderem Beraterin des damaligen EU-Präsidenten José Manuel Barroso für den Dialog mit den Religionen und weltanschaulichen Organisationen.
Der Rabbiner Moshe Rosen-Preis ist nach dem ehemaligen Oberrabbiner Rumäniens benannt, der seine Gemeinschaft während der Jahre der kommunistischen Herrschaft geschützt hat. Er wird an Personen vergeben, die einen positiven Wandel in ihrer Gesellschaft bewirkt haben. Der erste Preis ging 2017 an den ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Zuletzt erhielt 2019 die katholische Laienbewegung Sant'Egidio die Auszeichnung.
Die Konferenz Europäischer Rabbiner setzt sich für die religiösen Rechte der Juden in Europa ein. Zur CER-Generalversammlung in München werden rund 400 Rabbiner, religiöse Führer und politische Entscheidungsträger aus Europa, Israel und den USA erwartet. Schwerpunktthemen sind diesmal Religionsfreiheit, die weitere Bekämpfung von Antisemitismus und Extremismus sowie die künftige Gestaltung des Gemeindelebens im Zuge der Corona-Pandemie.