Berlin, Passau (epd). Angesichts des Brauerei-Sterbens kritisiert der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds Vorhaben aus der Politik, eine zusätzliche Steuer auf Süßgetränke einzuführen. Diese "wäre pures Gift für die Wirtschaft", sagte Holger Eichele den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Montag). Die deutsche Brauwirtschaft befinde sich in einem tiefgreifenden Konsolidierungsprozess. "Zurzeit muss im Schnitt jede Woche eine Brauerei aufgeben, häufig traditionsreiche Familienbetriebe mit teils jahrhundertelanger Geschichte."
Die Ursachen dafür seien ein rückläufiger Bierkonsum, der auf hohe Kosten für Energie, Rohstoffe, Verpackung und Logistik treffe. "Hinzu kommen die schwache Konsumstimmung und die Krise der Gastronomie", so Eichele. Von der Politik forderte er "wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und eine Stärkung des Konsumklimas". Alkoholfreies Bier sei zwar "ein echter Lichtblick und einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Branche", sagte er. "Aber alkoholfreies Bier allein kann den strukturellen Wandel des klassischen Biermarktes natürlich nicht vollständig kompensieren."
Eichele: Zuckersteuer belastet Betriebe
Die von Union und SPD geplante Zuckersteuer auf Getränke treffe die Brauereien "ausgerechnet dort, wo sie erfolgreich neue Geschäftsfelder aufbauen", sagte der Hauptgeschäftsführer. Viele Unternehmen hätten neben alkoholfreiem Bier auch alkoholfreie Erfrischungsgetränke als zweites Standbein etabliert. "Eine zusätzliche Steuer verteuert diese Produkte, belastet mittelständische Betriebe und schafft einen Tsunami an neuer Bürokratie", betonte Eichele.