Berlin, München (epd). Die russischen Behörden haben die Schließung der verbliebenen Goethe-Institute im Land bis Sonntag angeordnet. Wie das Goethe-Institut mit Hauptsitz in München am Dienstag mitteilte, müssten die beiden letzten aus Deutschland entsandten Beschäftigten das Land auf Anweisung aus Moskau bis zum 13. September verlassen. Betroffen sind die Institutsstandorte in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk.

Damit seien die Türen der Goethe-Institute in Moskau und Sankt Petersburg vorerst ab kommendem Montag geschlossen, erklärte Generalsekretärin Gitte Zschoch. Bibliotheken könnten dann keine Bücher mehr ausleihen, Fortbildungen für Deutschlehrkräfte würden nicht mehr angeboten. Der Zugang zu deutscher Sprache, Kultur und Informationen über Deutschland werde für Menschen in Russland erheblich eingeschränkt. In Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt werde nun geprüft, "wie wir auch künftig zum Beispiel mit digitalen Angeboten Wege für Austausch und Zusammenarbeit offenhalten können", erklärte Zschoch.

Schließung als Vergeltungsmaßnahme gewertet

Die Schließung der drei verbliebenen russischen Goethe-Institutsstandorte war vergangene Woche von Moskau verkündet worden. Der Schritt wird als Vergeltung vonseiten Russlands auf die angekündigte Schließung des sogenannten Russischen Hauses in Berlin gewertet. Die Bundesregierung hatte damit auf den Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August reagiert, für die die Bundesregierung Russland verantwortlich macht.

Das Goethe-Institut ist nach eigenen Angaben seit 1992 in Russland aktiv und zählte zu den letzten dort tätigen Kultureinrichtungen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine war seine Arbeit durch gesperrte Bankkonten und Personalobergrenzen bereits erheblich eingeschränkt worden.