Nürnberg, Essen (epd). Die Nürnberger Wirtschaftsweise Veronika Grimm sieht den veränderten Entwurf des Heizungsgesetzes nicht als geeignet an, um effektiven Klimaschutz zu erreichen. "Von dem ordnungsrechtlichen Ansatz war ich von Anfang an nicht begeistert, und jetzt ist es völlig verwässert", sagte Grimm den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag Online, Montag Print). Zudem sei ihr nicht klar, woher die 18 Milliarden Euro Fördermittel für den Heizungsaustausch kommen sollen.

Stattdessen sprach die Ökonomin sich dafür aus, die Energiewende bei Wärme und Mobilität über den CO2-Preis zu steuern: "Wir sollten die CO2-Bepreisung anschärfen - und die zusätzlichen Einnahmen als Klimageld an die Menschen zurückgeben und so den sozialen Ausgleich organisieren."

Der Bundestag will nach der Sommerpause über das Gesetz abstimmen. Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes soll dafür sorgen, dass im Gebäudesektor die Treibhausgasemissionen sinken, damit Deutschland seine Klimaziele erfüllt.

Grimm fordert zudem von der Ampel-Koalition, der Herausforderungen beim klimaneutralen Umbau der Wirtschaft direkter zu kommunizieren. "Der Umbau der Wirtschaft zur Klimaneutralität kostet etwas - auch den einzelnen Bürger", sagte die Professorin von der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Kommunikation müsse sich ändern: "Wir müssen Wege finden, gesellschaftliche Herausforderungen den Menschen glaubhaft zu vermitteln."