München (epd). Auch fünf Jahre nach dem Ende der gewalttätigen Auseinandersetzungen im Irak leben die Menschen dort einem aktuellen Bericht zufolge inmitten von explosiven Kriegsresten. Das Land sei nach wie vor verseucht mit Minen und Blindgängern, heißt es im am Mittwoch veröffentlichten Bericht "No safe recovery" der Hilfsorganisation Handicap International (HI) mit Sitz in München. Rund 8,5 Millionen Irakerinnen und Iraker lebten inmitten dieser tödlichen Überreste.

Gerade die Entminung von Städten sei komplizierter als in ländlichen Gegenden: Laut HI dauere sie achtmal länger und sei sechsmal so teuer. "Bomben und Städte sollten nie aufeinandertreffen", sagte die Leiterin der Politischen Abteilung von HI Deutschland, Eva Maria Fischer. Der Einschlag verursache nicht nur ein Höchstmaß an Tod, Verletzung und Zerstörung, die zurückbleibende Verseuchung beraube eine Bevölkerung auch jeglicher Chance, ihr Leben wiederaufzubauen.

Der Irak ist weltweit eines der am stärksten durch Kriegsreste verseuchten Länder. Laut HI seien Leben, Sicherheit und Zugang zu Versorgungsleistungen für die Menschen in Städten wie Mossul, Sinjar oder Tel Afar durch explosive Kriegsreste weiterhin stark bedroht. Nach zwei Jahren diplomatischer Gespräche erwarte HI, dass bald eine starke politische Erklärung zum Schutz vor Bombardierungen in Wohngebieten beschlossen werde. Dies wäre ein "historischer Durchbruch für den Schutz der Zivilbevölkerung", sagte Fischer.

Handicap International unterstützt weltweit Menschen mit Behinderung und andere besonders schutzbedürftige Menschen. Die Grundpfeiler der Arbeit sind nach eigenen Angaben Menschlichkeit und Inklusion. HI hat die internationale Koalition gegen Streubomben CMC mitgegründet und ist eines der sechs Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat.

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