Nürnberg, Stuttgart (epd). Pianistinnen und Pianisten mit kleineren Händen haben es in der Nürnberger Hochschule für Musik (HfM) zukünftig leichter. Die Einrichtung ist nach Stuttgart europaweit die zweite Musikhochschule, die über einen Flügel mit einer verkleinerten Tastatur verfügt, wie Klavierpädagogik-Professor Ulrich Hench am Mittwoch mitteilte. Bei der sogenannten Sirius 6.0 inch-Klaviatur seien die Oktaven im Vergleich zur Norm etwa eine halbe Taste schmäler.

Es sei statistisch belegt, dass die normale Klaviatur für viele Pianistinnen und Pianisten zu groß sei, um das gesamte Repertoire nach bestem musikalischem Können auszuführen, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule. Selbst Daniel Barenboim habe einen Flügel mit etwa sieben Millimeter schmäleren Oktaven. Mit dem Flügel mit einer 6.0 inch-Klaviatur leiste die Hochschule "einen wichtigen und wegweisenden Beitrag zur Chancengleichheit und zur Gesundheit von Musikerinnen und Musikern". Auch Pianisten mit mittleren und größeren Händen könnten entspannter spielen.

Man schließe sich mit der Umrüstung des Steinway-Flügels einer Initiative an, die sich seit 2020 der Verbreitung und Weiterentwicklung von Klaviaturen mit verkleinerter Mensur widme. Instrumente mit kleineren Tastaturen seien hauptsächlich in den USA verbreitet, erklärte Hench auf Nachfrage. Der Flügel in Nürnberg steht allen Lehrenden und Studierenden der Hochschule für Musik zur Verfügung.

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