Passau (epd). Die evangelische und die katholische Kirche in Passau kündigen an, sich am Protest gegen den AfD-Landesparteitag am 20. Juni in Passau zu beteiligen. Sie wollten sich für ein "buntes demokratisches Miteinander" einsetzen, sagte der evangelische Passauer Dekan Jochen Wilde laut Mitteilung vom Mittwoch. "Die Welt ist bunt, und das soll sie auch bleiben", betonte er. Gemäß dem Motto des Katholikentags "Hab Mut - steh auf!" rufen die beiden Kirchen dazu auf, zahlreich an den Kundgebungen teilzunehmen.

Ihr Protest wende sich gegen Menschenfeindlichkeit und völkischen Nationalismus, den Umgang mit der NS-Vergangenheit sowie die Bereitschaft, Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele einzusetzen. Diese Politik mache die AfD für Christinnen und Christen inakzeptabel, sagte Martin Becher, der Leiter der Fachstelle Demokratie und gesellschaftliches Miteinander der bayerischen evangelischen Landeskirche.

Drei Demonstrationen geplant

Insgesamt sind drei Demonstrationen geplant. Die Kirchen beteiligten sich am Vormittag an der Veranstaltung des Runden Tisches gegen Rechts auf dem Messegelände neben der Dreiländerhalle. Neben Dekan Wilde werden auch Diakon Michael Wagner, Landespräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Bayern, und die Theologin Silvia Gross, Initiatorin von Christinnen und Christen gegen Rechts, Redebeiträge beisteuern. Ein ökumenischer Impuls für Frieden und Demokratie ist gegen 12.30 Uhr geplant. Gegen 15 Uhr werde der Grünen-Landtagsabgeordnete Toni Schuberl im Evangelischen Zentrum aus seinem Buch "Aus Worten werden Taten - Aussagen der Abgeordneten der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag" lesen, hieß es.