München (epd). Ruth Johanna Benrath und Yevgeniy Breyger erhalten zu gleichen Teilen den Münchner Lyrik-Preis 2021. Zum Beginn von Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche vor 500 Jahren war das Thema des Preises "Luthers Beitrag zur Mündigkeit des Menschen und das Krisenbewusstsein unserer Zeit", teilte der Verein Lyrik-Preis München am Freitag mit.

Ruth Johanna Benrath aus Berlin schreibt Prosa, Lyrik, Theaterstücke und Hörspiele, heißt es in der Mitteilung. Ihr Lyrik in in ihrem "PSALM/aus der tieffen" beeindrucke durch gekonnte Kürze und Prägnanz ihrer Sprache, urteilte die Jury. In freier Versform zeige sie durch Rückgriffe auf Zitate aus der Bibel und indirekte oder auch direkte Bezugnahme auf Luther "das Krisenbewusstsein unserer Zeit und eine Möglichkeit zur Mündigkeit des gegenwärtigen Menschen" auf.

Der Debütband "flüchtige monde" von Yevgeniy Breyger, der in Frankfurt am Main lebt, besticht laut Jury mit seinem "Was lernt man ohne Absicht zu verzeihen? - 7 Prozessionen" durch eine "außergewöhnlich rhythmische, komplexe, aber formgebundene Dichte der Sprache". Beim Lesen und Hören tauchten unwillkürlich Bilder und Szenen mythischer Größe auf.

Der 2010 gegründete Lyrikpreis München wird von 2021 an vom Aphaia-Verlag zusammen mit dem Signaturen-Magazin und dem Lyrikpreis München vergeben, heißt es in der Mitteilung. Er ist mit 15.000 Euro dotiert. Bei der Preisverleihung am Mittwoch, 8. Dezember, soll eine Anthologie besonderer Einreichungen zum Ausschreibungsthema vorgestellt werden.

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