München, Düsseldorf (epd). Laut einer Studie der Landesmedienanstalten in Nordrhein-Westfalen und Bayern könnte eine Quote für Informationsinhalte in Kurzvideo-Feeds positive Effekte haben. "Mehr Informationen im Feed mindern die Nutzungszufriedenheit nicht - im Gegenteil", erklärten die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) und die Landesanstalt für Medien NRW zur Veröffentlichung einer Studie am Montag in. Der BLM-Präsident und Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Thorsten Schmiege, bezeichnete die Studienergebnisse als "gute Nachricht für die Meinungsbildung".
Schon ab einem Anteil der Informationsvideos von zehn Prozent bewerteten die Teilnehmenden ihren Feed als informativer und thematisch vielfältiger, hieß es. So stieg die wahrgenommene Themenvielfalt von 3,67 auf bis zu 3,87 von 5 Punkten und die wahrgenommene Informativität von 2,55 auf bis zu 3,13 Punkte. Die Nutzungszufriedenheit sei mit steigendem Informationsanteil nicht gesunken: Sie lag laut Studie stabil bei etwa 3,15 Punkten, egal ob der Feed zehn Prozent, 20 Prozent oder 30 Prozent Informationsvideos enthielt oder gar keine. Mehr journalistische Inhalte würden Nutzerinnen und Nutzer also nicht abschrecken.
Informationsinhalte werden selten angezeigt
Für einen großen Teil der Bevölkerung seien Kurzvideo-Feeds ein wichtiger Zugang zu Nachrichten, hieß es in der Studie. Da die Algorithmen auf Plattformen wie Instagram und Tiktok Interaktionen wie Likes belohnen und diese bei Informationsinhalten oft eher niedrig seien, würden Informationsinhalte den Nutzenden dort selten angezeigt. Falls die Länder die Einführung einer Quote zur Sicherung von Informationsinhalten im Feed als geeignetes Instrument zur Vielfaltssicherung im Digitale-Medien-Staatsvertrag ansehen sollten, schlagen die Medienanstalten einen Anteil zwischen zehn und 20 Prozent vor.
Die Studie "Wie wirkt sich eine Quote von Informationsinhalten auf die Nutzungszufriedenheit bei Kurzvideo-Feeds aus?" basiert den Angaben zufolge auf Versuchen mit mehr als 1.156 Personen ab 16 Jahren. Ihnen wurde ein nicht personalisierter Kurzvideo-Feed gezeigt, dessen Anteil an Informationsinhalten zufällig bei null, zehn, 20 oder 30 Prozent lag. Als Informationsinhalte galten Videos journalistischer Nachrichtenangebote von öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern wie ARD, ZDF, ntv und Bild.