Selb (epd). Sozialer, kultureller oder finanzieller Hintergrund spielt nach Auffassung der bayerischen Europa-Ministerin Melanie Huml (CSU) zu oft eine Rolle, ob ein Jugendlicher ins Ausland zu gehen. Huml sagte am Mittwoch zur Eröffnung eines deutsch-tschechischen Jugendsommerlagers im oberfränkischen Selb, die Stiftung Jugendaustausch Bayern wolle Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit erhöhen und lege ihren Schwerpunkt beim Schüleraustausch nun stärker auf Real-, Mittel-, Förder- und Berufsschüler. Die Ministerin ist Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, die vor einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. 30 Millionen Euro stehen der Stiftung den Angaben nach bis zum Jahr 2031 zur Verfügung.

Bisher seien 31 Projektträger gefördert worden, die über 80 Projekte umgesetzt hätten, heißt es in der Mitteilung. Darunter ist das Projekt "GlobalCastle" des bayerischen CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen). Jugendliche können auf der Burg Wernfels (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) im internationalen Umfeld Englisch lernen und sich so auf einen möglichen Auslandsaufenthalt vorbereiten.

Die Stiftung hat Programme in Schwerpunktländern mit Partnern in Israel und Tschechien aufgebaut. Im Nachbarland Tschechien unterstützt sie auch erstmals Schulaustausch für nicht gymnasiale Schulen. Bayerischen Kinder und Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen, "um die fremde Kultur und Sprache kennenzulernen und gegebenenfalls Vorurteile abzubauen", sagte Huml.