München, Augsburg (epd). Der bayerische Justizminister Georg Eisenreich (CSU) hat vor immer professionelleren Betrugsmethoden gewarnt, mit denen Menschen um ihre Ersparnisse gebracht werden. Das Missbrauchspotenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) sei enorm, sagte Eisenreich am Montag in Augsburg. Straftäter seien mit die Ersten, die neue technische Möglichkeiten für sich nutzten. Mithilfe täuschend echt wirkender Videos und perfekt imitierter Stimmen könnten Täter etwa bekannte Methoden wie den Enkeltrickbetrug perfektionieren. Auch Phishing-Mails würden mit Hilfe von KI professionalisierter und individualisierter.

Eisenreich warnte bei der Veranstaltung im Augsburger Justizpalast ebenfalls vor Betrügern, die Namen, Adressen und Symbole der Justiz für ihre kriminellen Zwecke missbrauchten. Falsche Polizisten oder falsche Staatsanwälte bestellten ihre oft älteren Opfer sogar zur Geldübergabe zum Gericht. Im Justizpalast Augsburg sei es seit 2022 wiederholt zu solchen Vorfällen gekommen. Justizwachtmeistern sei es bereits mehrfach gelungen, Geldübergaben an Täter zu verhindern.

Weitere Betrugsmethoden seien etwa E-Mails, die wegen angeblicher Kinderpornografie-Straftaten falsche Haftbefehle androhten. Damit sollten die Empfänger eingeschüchtert und dazu gebracht werden, auf Links zu klicken, die möglicherweise Schadsoftware enthielten oder zu gefälschten Zahlungsseiten führten. Der Justizminister warnte außerdem vor betrügerischen Rechnungen und gefälschten Zahlungsaufforderungen von Justizbehörden, SMS von falschen Gerichtsmitarbeitern wegen eines angeblichen Pfändungsbeschlusses oder gefälschten Vorladungen zu einem angeblichen Gerichtstermin mit dem Angebot, diesen gegen Zahlung eines Geldbetrages zu umgehen.

Justizminister Eisenreich wies darauf hin, dass Gerichte, Staatsanwaltschaften und auch die Polizei niemals die Übergabe von Bargeld, Gold oder Schmuck verlangten. Wer gefälschte SMS, Zahlungsaufforderungen oder angebliche Mahnbescheide vom Gericht oder der Polizei bekomme und sich unsicher sei, solle Kontakt zur Justiz oder Polizei aufnehmen. Bei verdächtigen Zahlungsaufforderungen der Justiz sollten Betroffene den Briefkopf und die Bankverbindung überprüfen.