München (epd). Der katholische Münchner Generalvikar Christoph Klingan hat zu mehr Einsatz für Frieden und zum Schutz der Demokratie aufgerufen. Das Gebet um Frieden sei angesichts vieler Kriege in der Welt weiter hochaktuell, sagte der Generalvikar des Erzbistums München und Freising am Dienstagabend laut vorab verbreiteter Meldung beim Friedensgebet des Rats der Religionen in München. Zugleich warnte er vor den Gefahren des hybriden Krieges in Deutschland. Die offene Gesellschaft werde durch gezielte Fake News, Beeinflussung des Meinungsklimas sowie Cyber- und Drohnenattacken auf die Infrastruktur bedroht.
Friede beginne im Denken, Handeln und täglichen Miteinander, sagte Klingan. Die Religionsgemeinschaften seien gefordert, im Gespräch zu bleiben, einander zuzuhören und gemeinsam Stellung zu beziehen, wenn eine Gemeinschaft von außen angegriffen werde. Bei aller Dankbarkeit für zehn Jahre Zusammenwirken im Rat der Religionen habe es auch schwierige Phasen gegeben, etwa durch unterschiedliche Positionen zum Nahostkonflikt, hieß es. Das Münchner Gebet am Dienstagabend stand unter dem Leitwort "Zehn Jahre zusammen unterwegs".
Rat der Religionen wurde 2016 gegründet
An der Veranstaltung in der ehemaligen Karmeliterkirche beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen, wie das Erzbischöfliche Ordinariat mitteilte. Mitwirkende aus dem Judentum, dem Islam, dem Alevitentum, dem Buddhismus, der Baha'i-Gemeinde, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sowie evangelische und orthodoxe Christen trugen Texte aus ihren Traditionen vor. Der Münchner Rat der Religionen wurde im Juli 2016 gegründet, um das gegenseitige Verständnis in der Stadtgesellschaft zu verbessern.