Hilpoltstein (epd). Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) fordert, dass 10.000 Kilometer Bachläufe in Bayern bis zum Jahr 2028 renaturiert werden. Es helfe gegen die zunehmende Trockenheit, sei Hochwasservorsorge und fördere die Artenvielfalt, wenn die Struktur der Bäche und ihrer Auen verbessert würden, teilte der LBV am Mittwoch mit. "Den Fließgewässern in Bayern geht es schlecht. Gerade unsere kleinen Bäche brauchen dringend mehr Aufmerksamkeit durch die Politik", sagte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer.
Für die Bäche seien in Bayern die Kommunen verantwortlich, die sich bei deren Schutz oft alleine gelassen fühlen, stellte Schäffer fest. Er halte mehr Personal in den zuständigen Behörden für notwendig, damit Kommunen besonders beraten werden könnten. Förderanträge müssten vereinfacht werden.
Der LBV-Chef warnte, nach derzeitigem Stand werde der Freistaat Bayern seine gesetzlichen Verpflichtungen aus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie deutlich verfehlen. Bei einem Verstoß gegen das EU-Recht sei ab 2027 mit Vertragsverletzungsverfahren für Deutschland zu rechnen. "Bayern muss daher ohnehin zukünftig seine Anstrengungen für die Qualität seiner Gewässer vervielfachen". Damit werde automatisch Wasser-, Hochwasser- und Artenschutz betrieben, sagte der LBV-Vorsitzende.
Bayern verfügt den Angaben nach über ein Netz von etwa 100.000 Kilometer Bäche und Flüsse. Auf sieben Prozent der Fläche des Freistaats gibt es noch Auen.
Der LBV ist der älteste Naturschutzverband in Bayern. Er wurde 1909 gegründet und hat über 110.000 Unterstützer.