Hilpoltstein (epd). Auch in Bayern sind viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - darauf hat der Naturschutzverband LBV zum Welttag des Artenschutzes (3. März) hingewiesen. "Die Artenkrise betrifft nicht nur den Eisbären in der Arktis oder den Orang-Utan im tropischen Regenwald, sondern auch Rebhuhn, Segelfalter und Moorfrosch direkt bei uns vor der Haustür in Bayern", sagte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer am Montag in Hilpoltstein. Ohne eine intakte Natur mit gesunden Ökosystemen sei auch die Lebensgrundlage aller Menschen gefährdet.

Laut Roter Liste seien in Bayern 28 Vogelarten vom Aussterben bedroht. Zu den am stärksten gefährdeten heimischen Vogelarten gehörten vor allem Wiesen- und Feldvögel wie Uferschnepfe, Braunkehlchen und Großer Brachvogel. Durch intensive Landwirtschaft verlören sie zusehends ihren Lebensraum, hieß es in der Mitteilung. Außerdem würden sie von immer extremerer Witterung, häufiger Mahd, Nahrungsmangel, Störungen durch Spaziergänger oder Fahrradfahrer und viele Fressfeinde bedroht. Für den Schutz der Vögel brauche es "intakte Lebensräume und ein artspezifisches Management der Schutzgebiete", sagte Verena Auernhammer, LBV-Expertin für Wiesen- und Feldvogelschutz. Natur brauche Platz, um sich auszubreiten, sagte Schäffer.

Erfolge gebe es etwa bei den Bestandszahlen von Vogelarten wie Wanderfalke, Wiesenweihe und Weißstorch zu vermelden, hieß es weiter. Auch die Bestände des Stieglitz erholten sich. Hier habe es intensive Artenhilfsprogramme durch den LBV mit finanzieller Unterstützung des Landesamtes für Umwelt (LfU) gegeben.

Mit Blick auf andere Krisen gerate die Artenkrise oft in Vergessenheit, so der LBV. Dabei ermögliche eine intakte Natur erst Krisenresistenz: Bestäubende Insekten sicherten die Lebensmittelversorgung, unversiegelte Böden dienten als natürlicher Katastrophenschutz bei Hochwasser und Naturerleben unterstütze die psychische Gesundheit.

Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. - ist nach eigenen Angaben der älteste Naturschutzverband in Bayern und setzt sich für den Erhalt einer vielfältigen Natur und Vogelwelt im Freistaat ein.

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