Nürnberg (epd). In Nürnberg ist am Dienstagabend eine Grünanlage in der Südstadt nach dem NSU-Mordopfer Abdurrahim Özüdogru benannt worden. In Anwesenheit des türkischen Generalkonsuls habe Oberbürgermeister Marcus König (CSU) das neue Straßenschild enthüllte, teilte die Stadt mit. Die Stadt könne die schrecklichen Taten nicht ungeschehen machen, sagte König, "aber wir betrachten es als unsere Pflicht, der Opfer in Würde zu gedenken". Man unternehme alles, "um rechtsextremem und rassistischem Gedankengut den Nährboden zu entziehen".

Am 13. Juni 2001 war Abdurrahim Özüdogru in seiner Schneiderwerkstatt mit zwei Kopfschüssen von der rechtsextremen Terrorgruppe ermordet worden. Bereits vor zwei Jahren war vor seiner einstigen Wohnung und Werkstatt in der Gyulaer Straße eine Gedenktafel errichtet worden, teilte die Stadt mit. Auch nach den weiteren Nürnberger Opfern der Terrorgruppe, Enver Şimşek und Ismail Yaşar, sind bereits Parks in der Stadt in jeweiliger Tatortnähe benannt worden.

In einer Grußbotschaft zur Park-Benennung schrieb auch Barbara John, Ombudsfrau für die Angehörigen der Opfer des NSU, es lasse sich nichts wiedergutmachen. "Aber wer sich bewusst einlässt auf das Geschehen, rüstet sich innerlich gegen jede Form von Gewalt gegenüber seinen Mitmenschen".

Abdurrahim Özüdogru wurde 1952 im Nordwesten der Türkei geboren. 1972 kam er nach Deutschland und studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Erlangen Maschinenbau. Er arbeitete als Metallfacharbeiter im Schichtbetrieb. Mit seiner Frau eröffnete er außerdem eine Änderungsschneiderei, die er, nachdem sich das Ehepaar getrennt hatte, nebenberuflich weiterführte.