München (epd). Die Katholische Erziehergewerkschaft (KEG) Bayern hat nach dem schlechten Abschneiden deutscher Jugendlicher beim jüngsten Pisa-Test eine Überprüfung der bisherigen Maßnahmen gefordert. "Pisa ist kein Problem der anderen Bundesländer", sagte KEG-Landesvorsitzender Martin Goppel laut einer Pressemitteilung vom Mittwoch. Deshalb müsse sich auch Bayern fragen, "ob die eigenen Maßnahmen tatsächlich die gewünschte Wirkung entfalten".
Der Freistaat habe in den vergangenen Jahren viel auf den Weg gebracht, von zusätzlichen Deutsch- und Mathestunden bis zu Sprachstandserhebungen. Die Frage sei, so Goppel: "Kommen diese Maßnahmen bei den Kindern und Jugendlichen an und erreichen sie ihr Ziel?" Die KEG Bayern fordere deshalb konkrete Unterstützung der Schulen durch kleinere Klassen, mehr Förderlehrkräfte, multiprofessionelle Teams, eine verlässliche Sprachförderung und zusätzliche Ressourcen für Schulen mit besonderen Herausforderungen.
Stolz: Erste Tests zeigen Kompetenzzuwächse
Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) bezeichnete den "historischen Tiefstand bei der Pisa-Studie" am Mittwoch im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, Die Welt am Morgen) als "inakzeptabel". Sie betonte, dass die bereits ergriffenen Maßnahmen des Freistaats - wie die zusätzlichen Deutsch- und Mathestunden - jedoch Zeit bräuchten, "um in der Fläche zu wirken". Erste Testungen zeigten bereits "Kompetenzzuwächse".
Die jüngste Pisa-Studie hat gezeigt, dass ein Drittel der 14- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schüler in Deutschland beim Lesen und Rechnen nicht das grundlegende Kompetenzniveau erreicht. Das ist das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Pisa-Studien vor rund 25 Jahren.