Zirndorf, Nürnberg (epd). Die Rummelsberger Diakonie zieht sich aus der Beratung für Flüchtlinge und der Arbeit im Psychosozialen Zentrum (PSZ) im Ankerzentrum Zirndorf (Landkreis Fürth) zurück. Das Angebot in Zirndorf werde spätestens zum Jahresende auslaufen, teilte die Rummelsberger Diakonie am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Bereits im Jahr 2020 habe der Vorstand der Rummelsberger Diakonie diese Entscheidung getroffen.
Die Arbeit im PSZ in Nürnberg werde man voraussichtlich Ende 2025 beenden, wenn bis Oktober 2024 keine langfristige und auskömmliche Finanzierung durch die Kostenträger sichergestellt sei, hieß es. Man wolle die Chance erhalten, "die wichtige Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen auf gesunde finanzielle Füße zu stellen".
Es seien viele Gespräche mit unterschiedlichen an der Finanzierung beteiligten Stellen geführt worden, teilten die Rummelsberger mit. Man müsse aber weiter mit einem Defizit rechnen. "Wenn diakonische Ansprüche an Qualität, Zuverlässigkeit und ethischer Verantwortung nicht mehr mit den bereitgestellten Mitteln aufrechterhalten werden können, müssen Aufträge auch zurückgegeben werden", hieß es dazu.
In der Flüchtlings- und Integrationsberatung sind nach epd-Informationen derzeit sieben Mitarbeitende der Rummelsberger an drei verschiedenen Standorten beschäftigt. Wenn sich einer dieser Beraterinnen oder Berater erfolgreich auf eine andere Stelle beworben habe, werde die Stelle schließen müssen, erläuterte der Zirndorfer Gemeindediakon Erwin Bartsch. Ein Mitarbeiter allein könne die Aufgabe nicht weiterführen.
Bartsch sagte dem epd, er verstehe die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt, weil sich die Mitarbeitenden nach neuen Stellen umsehen müssten. Allerdings seien nun die Flüchtlinge in Zirndorf mit vielen Fragen alleingelassen. Da gehe es sowohl um eine erste Orientierung und ein gesperrtes Handy als auch Familienzusammenführungen. "Das beunruhigt sie und macht sie nervös", stellte Bartsch fest. Die Kirchengemeinde Zirndorf selbst bietet mit Ehrenamtlichen unter anderem ein Asyl-Café, Internet und Veranstaltungen für die Geflüchteten in Zirndorf.