München (epd). Schulstress ist nach einer aktuellen Studie die häufigste Lebensbelastung für Jugendliche in Bayern. Nach einer regionalen Auswertung der aktuellen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Krankenkasse Barmer fühlen sich 33 Prozent der 14- bis 17-Jährigen stark durch Schulstress beeinträchtigt, teilte die Barmer Bayern am Dienstag in München mit. Bei den Mädchen liegt der Anteil bei 39 Prozent, bei den Jungen bei 27 Prozent. Hinter Schulstress könnten unterschiedliche Erfahrungen stehen, etwa Leistungsdruck, hohe eigene oder familiäre Erwartungen, Prüfungssituationen, Zukunftssorgen oder ein dicht getakteter Alltag, hieß es in der Mitteilung weiter.

Schule dürfe nicht zu einem Ort dauerhafter gesundheitlicher Überlastung werden, sagte Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der Barmer in Bayern. "Wichtig ist, dass Eltern und Schulen aufmerksam bleiben, Warnsignale ernst nehmen und Jugendlichen frühzeitig Unterstützung anbieten." Jugendliche bräuchten verlässliche Zeiten, in denen sie ausreichend Abstand von schulischen Anforderungen gewinnen und sich erholen könnten.

Stress in der Familie auf Platz zwei

Durch Stress in der Familie fühlen sich laut der Studie 16 Prozent der 14- bis 17-Jährigen stark beeinträchtigt, zehn Prozent durch psychische Erkrankungen und Einsamkeit. Neun Prozent der Befragten nannten Stress im Freundeskreis als starke Beeinträchtigung. Auch hier gab es teilweise deutliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen.

Trotz der berichteten Belastungen blicke eine große Mehrheit der Jugendlichen in Bayern zuversichtlich auf das eigene Leben, so ein weiteres Ergebnis der Sinus-Studie. 82 Prozent schauten sehr oder eher optimistisch auf ihre persönliche Zukunft, 82 Prozent seien mit ihrem gegenwärtigen Leben sehr oder eher zufrieden.

Die Sinus-Jugendstudie ist eine wissenschaftlich gestützte Befragung, die das Sinus-Institut im Auftrag der Barmer seit dem Jahr 2021 jährlich durchführt. Für die aktuelle bundesweit repräsentative Studie wurden im Oktober und November 2025 insgesamt 2.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren online befragt.