Nürnberg, München (epd). Kommenden Mittwoch (17. November) zieht die "Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen" (ZKG) etwas mehr als ein Jahr nach ihrer Gründung eine erste Bilanz. Seit September 2020 nimmt ein in Nürnberg abgesiedeltes Team aus Spezialstaatsanwälten um den Leitenden Oberstaatsanwalt Richard Findl seither schwarze Schafe in Bayerns Gesundheitssektor ins Visier, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte.

Justizminister Georg Eisenreich (CSU) sagte laut Mitteilung, bei den verfolgten Delikten gehe es etwa "um die Abrechnung nicht erbrachter Corona-Tests, um Pflegedienstbetrug, um Schmiergelder". Betrug und Korruption im Gesundheitswesen könnten viel Schaden anrichten, angefangen bei den finanziellen Schäden für Krankenkassen und Versicherungen bis hin zu Gesundheitsschäden bei Patienten. "Dagegen muss der Staat entschlossen vorgehen", erläuterte der Justizminister.

Das bayerische Gesundheitssystem sei "sehr leistungsfähig". Für die Bewältigung der Pandemie wolle er "allen, die unsere Gesundheit schützen, herzlich danken", sagte Eisenreich. Es gebe allerdings auch "schwarze Schafe" im Gesundheits- und Pflegebereich, die nicht das Wohl der Patienten im Blick hätten, "sondern sich ungerechtfertigt bereichern wollen". Bei der Pressekonferenz kommende Woche will die ZKG unter anderem bekanntgeben, wie viele Verfahren sie bereits übernommen hat.