München (epd). Anlässlich des ersten Jahrestages des Terror-Angriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) angekündigt, die Präventionsarbeit gegen Antisemitismus weiter zu stärken. Antisemitismus finde nicht nur auf Straßen, Plätzen und vor Synagogen statt, sondern auch im Netz, sagte die Ministerin laut Mitteilung am Sonntag. "Dort ist er genauso gefährlich und zerstörerisch." Die Vermittlung von Medienkompetenz stärke Jugendliche gegen extremistische Ansprachen.

Gerade Jugendliche informierten sich oft ausschließlich über Social Media, wo einseitige Darstellungen der Hamas den Ton beherrschten, hieß es weiter. Hier müsse Prävention ansetzen, mehr Wissen vermittelt und die aktuelle Lage ohne Hass und Hetze gegen Jüdinnen und Juden oder Musliminnen und Muslime aufgezeigt werden, sagte Scharf. "Es ist mir wichtig, entsprechende Projekte weiter auszubauen und noch stärker zu sensibilisieren", sagte die Sozialministerin. "Besonders im Fokus steht dabei auch die Schulung von Fachkräften, zum Beispiel in unseren Kitas."

Die weltweiten antisemitischen Ausschreitungen seit dem 7. Oktober 2023, auf denen der Terror der Hamas relativiert und gefeiert wurde, seien "abscheulich", sagte Scharf. "Jüdinnen und Juden fühlen sich nicht mehr sicher, sie zeigen ihre Identität nicht mehr. Sie haben Angst, angegriffen zu werden. Das nehmen wir nicht hin."