München (epd). Die Menschen in Bayern sehen laut einer Studie in der Demokratie ein hohes Gut - als Gefahr für sie hält aber knapp jeder Vierte die AfD. "Trotz aller Krisen: Die Menschen in Bayern sind überzeugte Demokratinnen und Demokraten", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) bei der Vorstellung des "Demokratiereports Bayern 2024". 96 Prozent der Befragten hätten angegeben, es sei ihnen wichtig oder sehr wichtig, in einer Demokratie zu leben. "Das stimmt mich sehr optimistisch für die Zukunft unseres Landes", sagte Aigner.
Auch wenn die Zustimmung zur Demokratie sehr hoch ist - nur 57 Prozent sind mit der Demokratie in Deutschland zufrieden, 41 Prozent sehen sie kritisch. Besser fallen die Werte für Bayern aus: 76 Prozent finden, dass die Demokratie im Freistaat gut funktioniert, nur 23 äußerten sich skeptisch. 30 Prozent der Menschen in Bayern zeigten sich explizit mit der Meinungsfreiheit unzufrieden: 23 Prozent sähen derzeit wenig Raum und sieben Prozent gar keinen Raum für Meinungsäußerungen jenseits bestehender Mehrheitspositionen.
Die erste repräsentative Studie zur Demokratie in Bayern, die von Infratest dimap im Auftrag des Bayerischen Landtags durchgeführt wurde, zeigt auch, wie kritisch die AfD gesehen wird. Bei der offen gestellten Frage, wo sie Gefahren für die Demokratie sehen, gaben 24 Prozent die AfD und ihre Positionen an. 16 Prozent nannten Migration, 14 Prozent politischen Extremismus explizit von Rechts und 6 Prozent politischen Extremismus von Rechts wie Links. 61 Prozent der Befragten halten die Demokratie für nicht gefährdet, 34 Prozent für stark oder sehr stark gefährdet.
Zentrale Institutionen im Freistaat genießen laut Studie ein hohes Vertrauen. Das Vertrauen nimmt aber ab, je politischer eine Institution ist, wie die Umfrage ergab. 87 Prozent sprachen der Polizei ihr Vertrauen aus, danach folgen kommunale Verwaltungen (72 Prozent) und die Justiz (69 Prozent). Dem bayerischen Landtag hingegen vertrauten laut der Studie nur 60 Prozent, der Staatsregierung nur 50 Prozent. Am schlechtesten schnitten politische Parteien ab: Nur 34 Prozent hielten sie für vertrauenswürdig.
Die Anwendung von Gewalt gegen Menschen zur Durchsetzung politischer Ziele lehnt die überwiegende Mehrheit - nämlich 95 Prozent - ab. 98 Prozent verurteilten Gewalt gegen Einsatzkräfte. Auffallend aber: Acht Prozent der Befragten gab an, dass Politikerinnen und Politiker es verdient hätten, wenn Wut gegen sie auch in Gewalt gegen sie umschlage. Befragt wurden für die Studie im September 1.012 Menschen in Bayern im wahlberechtigten Alter. Sie wurden am Telefon oder im Internet befragt.