München (epd). Mit der Präsentation einer Lichtinstallation hat der Verein "Synagoge Reichenbachstraße" am Donnerstag Richtfest gefeiert. "Wir hauchen der Synagoge mit einer neuen und modernen Lichtquelle neues Leben ein", sagte die erste Vorsitzende, Rachel Salamander, beim Festakt in dem jüdischen Gotteshaus, das bis 2024 aufwendig saniert und in seinen Originalzustand versetzt werden soll. Die beleuchtete Glasplatte erinnert an die Eckdaten der einzigen erhaltenen Vorkriegssynagoge in München und soll im Boden des Foyers eingelassen werden.
Staatsminister Florian Herrmann (CSU) erklärte in seinem Grußwort, dass die Synagoge in der Reichenbachstraße künftig wieder ein Ort der Zusammenkunft und der jüdischen Kultur sein werde. "Sie ist der Beweis für den festen Platz, den die jüdische Gemeinde in München hat", sagte der Politiker. Die Münchner Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) dankte dem Verein für die "großartige, unermüdliche Arbeit" der letzten zehn Jahre. Mit der originalgetreuen Sanierung der Synagoge werde "für uns alle ein Stück Münchner Geschichte wieder erlebbar".
Die Gebäude in einem Hinterhof der Reichenbachstraße war 1931 nach Plänen von Gustav Meyerstein als eine von wenigen Synagogen im Bauhausstil errichtet worden. In der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 verwüsteten Nationalsozialisten das jüdische Gotteshaus und legten Feuer. Nur wegen der benachbarten Wohnhäuser wurde der Brand gelöscht. Nach dem Krieg dienten die notdürftig instand gesetzten Räume bis 2006 als Heimat der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München. Nachdem die Synagoge "Ohel Jakob" eröffnet war, verfiel das Baudenkmal zusehends.
2013 gründete die Publizistin Rachel Salamander einen Verein zur Rettung des Gebäudes. Die Kosten von 12,6 Millionen Euro teilen sich die Stadt München, der Freistaat und der Bund. Zehn Prozent der Bausumme muss der Verein aus Eigenmitteln bestreiten.