Osnabrück, München (epd). Die niedersächsische Landeshauptstadt sucht einem Zeitungsbericht zufolge nach neuen Wegen, Asylbewerbern Taschengeld auszuzahlen. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Montag) berichtete, könnte in Hannover künftig eine Bezahlkarte die Auszahlung in Form eines Schecks beziehungsweise sogenannter Verpflichtungsscheine ersetzen. Geplant sei nach Auskunft der Stadtverwaltung "ein Echt-Test mit einer kleineren Gruppe", um die Akzeptanz und Funktionsfähigkeit zu testen.
Ähnliche Pilotprojekte planen dem Bericht zufolge Hamburg und Bayern um die Bargeld-Auszahlung zu ersetzen. Diese sei mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden. Das bayerische Innenministerium bestätigte auf Anfrage der NOZ, dass der Freistaat derzeit eine Bezahlkarte für Asylbewerber vorbereite.
Dazu war zuvor das bayerische Aufnahmegesetz geändert worden. Zur Begründung hieß es seinerzeit im Gesetzentwurf: "Um Schlepperkriminalität zu unterbinden und Pull-Effekte zu verhindern", solle die Barauszahlung möglichst beendet werden.
Asylbewerber haben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz rechtlichen Anspruch auf ein sogenanntes Taschengeld zur Deckung des "notwendigen persönlichen Bedarfs". Die Höhe richtet sich nach Lebenssituation und Alter. Ein alleinstehender Erwachsener erhält derzeit 182 Euro pro Monat.