Jever (epd). Das diakonische Unternehmen "Mission:Lebenshaus gGmbH" hat in Jever eine Mitarbeiterin entlassen, die bei den niedersächsischen Kommunalwahlen am 13. September für die AfD kandidiert. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Die "Mission:Lebenshaus gGmbH" ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Bremer Inneren Mission. Die Organisation wollte am Mittwochnachmittag in Bremen über die ausgesprochene Kündigung informieren. Die "Mission:Lebenshaus" betreibt insgesamt sechs Hospize in der Region.

Die gekündigte Mitarbeiterin hatte die Kündigung über die sozialen Medien der AfD selbst bekannt gemacht. Sie habe zuvor eine Abmahnung erhalten. Außerdem habe ihr Arbeitgeber sie aufgefordert, schriftlich von der Kandidatur zurückzutreten. Sie kündigte in einem Social-Media-Beitrag an, "alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel auszuschöpfen".

AfD wirft Diakonie Straftat vor

In dem Video wird die Frau von dem AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Sichert unterstützt. Er war vor kurzem vom Wahlausschuss des Landkreises Friesland von der Kandidatur als Landrat ausgeschlossen worden.

Er warf dem diakonischen Verein eine Straftat vor und verwies auf Paragraf 108 des Strafgesetzbuchs. Danach ist bereits der Versuch strafbar, jemanden in einem beruflichen Abhängigkeitsverhältnis zu nötigen oder daran zu hindern, zu wählen oder sein Wahlrecht in einem bestimmten Sinne auszuüben.