Vor 30 Jahren hat er die Pfarrer-Fußballmannschaft "Schwarz-Weiß Beffchen" gegründet, jetzt hat er ein Buch über das Göttliche beim Fußball geschrieben. Pfarrer Felix Leibrock, Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks in München, stellt am 17. April um 17 Uhr ebendort sein Werk "Welches Trikot trägt der Fußballgott?" vor. Mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) hat er vorab über persönliche spirituelle Erlebnisse bei seinem Lieblingshobby und Parallelen zwischen Kirche und Fußballplatz gesprochen.

Herr Leibrock, wo sehen Sie die größten Parallelen zwischen Religion und Fußball?

Felix Leibrock: Fußball und Religion wollen Menschen glücklich machen. Dafür greifen sie beide auf bewährte Mittel zurück: Rituale, Gemeinschaftsgeist, Feste. Sie können gegenseitig voneinander lernen. Der Fußball von der Religion, dass Gnade, Respekt, Fairness, Einsatz für die Schwachen auch im harten Wettkampf zu bewahren sind.

"Religion kann vom Fußball lernen, wie man viele Menschen begeistert."

In meinem Buch gebe ich viele praktische Beispiele, wie dieses gegenseitige Lernen gelingt.

Hatten Sie persönlich schon eine göttliche oder spirituelle Erfahrung beim Fußball?

Schon einige. Zum Beispiel als ich als Kind bei einem Torwandschießen mitgemacht habe. Ich war ein schlechter Spieler und hatte Angst, mich zu blamieren. Mein Vater hat mich aber gegen meinen Willen angemeldet. Auch für mich vollkommen überraschend, habe ich den Wettbewerb gewonnen.

Zum Geburtstag hat mir dann mein Vater auch noch diese Torwand geschenkt. Für mich war in diesem Augenblick kein Unterschied zwischen meinem irdischen Vater und dem "lieben Gott". Wegen seiner Güte, aber auch weil er mir Mut gemacht hat, etwas scheinbar Aussichtsloses trotzdem anzugehen. Wie David, der Goliath besiegt.

Wenn vor einem Spiel Anhänger beider Mannschaften zum Fußballgott beten - wer gewinnt dann?

Genau das ist der Ausgangspunkt meines Buches. Gott ist dann in der Zwickmühle. Oder hinkt da unser Gottesbild? Ist er der Wunscherfüller? Oder sagt er mir zu, an meiner Seite zu sein, in Sieg und Niederlage?

"Die Frage zeigt uns, wie Fußball hilft, tiefer in Gottesvorstellungen und Glaubensfragen einzusteigen."

Auch die Frage nach der Hand Gottes, die Maradona für sein legendäres Hand-Tor 1986 ins Spiel bringt, ist eine Frage an unser Gottesverständnis. Vier Minuten nach diesem Hand-Tor hat Maradona nach einem göttlichen Dribbling wieder getroffen. Sollte das ohne einen Fußballgott geschehen sein?