Es ist eines der größten christlichen Freilufttreffen in Bayern: Rund 8.000 Menschen aus dem Freistaat und aus Sachsen besuchten heuer wieder die Pfingsttagung des Christlichen Vereins junger Menschen (CVjM) in Bobengrün (Landkreis Hof).
Die christliche Botschaft stehe mit dem leeren Grab auf einer historischen Tatsache, betonte Professor Volker Gäckle, Rektor der internationalen Hochschule Liebenzell. Die Jünger seien nicht irgendwelchen Fabeln gefolgt. Gäckle bezeichnete den Glauben als ein "Wunder Gottes". Der Glaube beginne nicht damit, alles zu verstehen, was in der Bibel steht, sondern Jesus zu vertrauen, dem alle Macht gegeben sei.
Neben Gäckle sprachen beim Pfingsttreffen im Frankenwald der Berliner Jugendevangelist Tobias Schöll sowie der Wirtschaftsingenieur und christliche Influencer Christian Al-Masoud.
Was ist die Pfingsttagung in Bobengrün?
Die CVJM-Pfingsttagung in Bobengrün ist ein Open-Air-Treffen von Christ:innen im Frankenwald – eine Veranstaltung mit Festival-Charakter, die jährlich am Pfingstwochenende im Wald nahe dem kleinen Ort Bobengrün, Gemeindeteil von Bad Steben in Oberfranken, stattfindet und vom CVJM Bobengrün veranstaltet wird. Das Treffen findet seit 1946 statt und lockt regelmäßig bis zu 10.000 Menschen an.
Hans Hägel, der Initiator der Tagung, besorgte sich 1946 bei der amerikanischen Militärregierung eine Sondergenehmigung und fuhr mit einem nach dem Krieg ausrangierten Lkw und einigen jungen Leuten des CVJM Bobengrün durch Franken und die Oberpfalz, um auf Marktplätzen und in Gasthäusern zur Umkehr zu Gott einzuladen. Gleich 400 Teilnehmende folgten dem ersten Aufruf – und es wurden von Jahr zu Jahr mehr.
Das eigentliche Tagungsgelände liegt in Hanglage im Wald oberhalb des Froschbachtals, ist nicht mit Sitzmöbeln ausgestattet, sondern naturbelassen. Die Gäste sitzen auf dem Waldboden oder auf mitgebrachten Decken und Gartenstühlen. Durch die Hanglage ergibt sich eine natürliche Tribünensituation. Daneben gibt es ein Tagungscafé und Zeltplätze.
Theologisches Profil
Theologisch kommt die Veranstaltung aus der Tradition von Pietismus und Erweckungsbewegung. Die zugrundeliegende Theologie geht davon aus, dass ein Leben in Beziehung mit Gott möglich und anstrebenswert ist und eine lebendige Gottesbeziehung lebensverändernd wirkt.
Wegen der Corona-Pandemie fand das Treffen 2020 und 2021 ohne Live-Publikum statt, wurde aber online übertragen. 2022 wurde wieder eine Präsenzveranstaltung durchgeführt.