Ist das wirklich so? Ganz sicher? So sicher wie das Amen in der Kirche. Wahrscheinlich hat jede*r von uns diese Redewendung schon einmal verwendet oder zumindest gehört. Sie soll ausdrücken, dass etwas ganz sicher ist, dass es quasi unverrückbar feststeht.

Der Ursprung des Wortes "Amen"

Die Herkunft des Ausdrucks ist eindeutig. "Amen" stammt aus dem Tanach, der jüdischen Sammlung heiliger Schriften.  Es wurde bereits im frühen Christentum und später auch im Islam als Bekräftigungsformel übernommen.

Oft wird es mit "So sei es" übersetzt, was jedoch eine starke Verkürzung darstellt. Ursprünglich bedeutet der Wortstamm "aman” fest, sicher, beständig, zuverlässig oder auch glauben.

Amen in der Bibel

Im Neuen Testament kommt "Amen" 152 Mal vor. Allerdings nicht nur am Ende einer Aussage, um diese zu bekräftigen, sondern oft auch am Anfang. Insbesondere Jesus verwendet es als einleitende Phrase.

Martin Luther übersetzte es an diesen Stellen mit dem berühmten "Wahrlich" ("Wahrlich, ich sage euch"). Wird es als Abschluss verwendet, steht in der Lutherbibel meistens die Übersetzung "So sei es".

Wie die Redewendung entstand

Auch in christlichen Gottesdiensten, also "in der Kirche", wie es in der Redewendung heißt, kommt das Wort immer wieder vor. Zum Beispiel nach dem Vaterunser oder dem Glaubensbekenntnis.

Wie oft und an welcher Stelle es gesagt wird, variiert je nach Konfession. Sicher ist jedoch: In jeder Kirche wird während eines Gottesdienstes mindestens einmal "Amen" gesprochen – genau dieser Umstand bildet den Ursprung der Redensart.

Leider ist nicht genau zu klären, wann die Redensart das erste Mal verwendet wurde. Sicher ist nur, dass sie nicht in der Bibel steht.

Auch in anderen Ländern ist das Bild bekannt. Auf Schwedisch sagt man "Säkert som amen i kyrkan", auf Polnisch "Jak amen w pacierzu". In Österreich heißt es: "So sicher wie das Amen im Gebet" – noch sicherer, denn jedes Gebet endet traditionell mit diesem Wort.