3.05.2009
Das Beste aus der Bibel

Die Bibel verdanken wir unzählige Sprachbilder und Redewendungen. Wie ein Wolf im Schafpelz, Auge um Auge - woher kommen die Redewendungen und was bedeuten sie?
van Gogh: Stillleben mit Bibel

Wie ein Wolf im Schafspelz - Matthäus 7, 15

Dem Wolf haftet seit jeher das Image eines gemeinen Raubtiers an. Eine seiner Methoden soll sein: Er hängt sich ein Schafsfell um, gut getarnt begibt er sich unerkannt in eine Schafherde und kann sich in Ruhe den besten Leckerbissen aussuchen. Dieses Bild verwendet Jesus, um seine Jünger vor »falschen Propheten« zu warnen: In der Verkleidung rechtgläubiger Prediger begeben sie sich mitten in die Herde der Gläubigen, um dann ihren wahren Kern zu zeigen.

»Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.« (Matthäus 7, 15)

Auge um Auge, Zahn um Zahn - 2. Mose 21, 24; Matthäus 5, 38f.

Soll man Gleiches mit Gleichem vergelten? Das Gesetz des Mose fordert es: »Wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man tun, wie er getan hat.« Das klingt vernünftig und gerecht, weil es übertriebene Strafen verhindert. In seiner Bergpredigt schlägt Jesus dennoch ein ganz anderes Verhaltensmodell vor, das er als weitaus friedensfördernder erachtet. Am Beispiel einer Ohrfeige erklärt er: Statt zurückzuschlagen sei es besser, dem Angreifer freiwillig auch noch die andere Wange hinzuhalten. Leider brachten die ganze Kirchengeschichte hindurch nur die wenigsten Christen genügend Courage auf, diesen Willen Jesu zu befolgen.

»Ihr habt gehört, dass gesagt ist: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn.'« ( 2. Mose 21, 24, Matthäus 5, 38f.)

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Wie in Sodom und Gomorrha - 1. Mose 18, 20 - 19, 1-29

Die beiden kanaanäischen Städte Sodom und Gomorrha gelten als Heimstätten sündigen Lebens schlechthin. Die Bewohner sollen in Luxus geschwelgt und die Armen vernachlässigt haben, Ehebrecherei, Lügen und Bosheit waren an der Tagesordnung. Gott will die Städte zerstören. Abraham legt noch ein gutes Wort ein: Wenn nur zehn Gerechte in Sodom wohnen, will Gott die Stadt nicht ganz vernichten. Als zwei Engel die Situation in Sodom erkunden, wollen die Männer der Stadt sich »über sie hermachen«. Damit war Gottes Geduld am Ende: Der rechtgläubige Lot und seine Familie dürfen fliehen. Und dann:

»Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha.« ( 1. Mose 18, 20 - 19, 1-29)

Ein Land, wo Milch und Honig fließen - 2. Mose 33, 1-3

Wie motiviert man ein Volk, zu einer vierzigjährigen Wüstenwanderung aufzubrechen, zu einer unbeschreiblich anstrengenden Durststecke also? Zum Beispiel durch das Bild eines nahezu paradiesischen Zieles. Gott setzt diese Methode jedenfalls erfolgreich ein, als er die Israeliten aus Ägypten gen Kanaan führen will. Zwar murren die Israeliten manchmal, am Ende erreichen sie aber das Ziel ihrer Träume. Das »Land, wo Milch und Honig fließen« ist seitdem und durch die Jahrtausende Sinnbild für jedes gelobte Land.

»Ich will dich bringen in das Land, darin Milch und Honig fließt.« (2. Mose 33, 1-3)

Wie einen Augapfel hüten - Sprüche 7, 2

Anatomisch gehört das Auge zu den verletzlichsten Körperteilen. Ist einmal seine empfindliche Schutzhülle durchstoßen, ist unheilbare Blindheit die unabwendbare Folge. Es gibt also gute Gründe, weshalb Menschen bei Gefahr instinktiv ihre Augen schützen. Das Bild der verletzlichen Augen benutzt der Beter des Psalms 17, wenn er Gott bittet: »Behüte mich wie einen Augapfel!« Der weise Verfasser des Buches »Sprüche« setzt die Gebote Gottes in ihrer Wichtigkeit mit dem Augenlicht gleich. Demnach sagt Gott:

»Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und hüte meine Weisung wie deinen Augapfel.« (Sprüche 7, 2)

Spezial

Was ist die Bergpredigt?

Die Seligpreisungen, die »Goldene Regel«, das Vaterunser - die Bergpredigt enthält die Kernstücke des Christentums. In ihr entwirft Jesus die ethische Identität der Christen. Was sich hinter dem Text im Matthäusevangelium verbirgt und warum er bis heute von Bedeutung ist, lesen Sie in unserem Spezial!

Mit Engelzungen reden - 1. Korinther 13, 1

Haben Engel Zungen? Fest steht: Reden können sie, oft genug beruhigen sie die Menschen mit einem beherzten »Fürchtet euch nicht!«. Der Apostel Paulus kennt offensichtlich Menschen, die zwar engelsähnlich reden, denen aber die Liebe fehlt. Seiner Meinung nach müssen einschmeichelnde Stimmen nicht immer eine liebevolle innere Einstellung spiegeln. Im sogenannten »Hohelied der Liebe« fordert Paulus die Gläubigen auf, sich selbstkritisch daraufhin zu befragen, ob ihre Worte nicht nur himmlisch gut klingen, sondern ob sie in Liebe gesagt sind.

»Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.« (1. Korinther 13, 1)

Ein Buch mit sieben Siegeln - Offenbarung 5, 1

Das letzte Buch der Bibel ist eines schwierigsten: Der Seher Johannes aus Patmos schildert darin seine Visionen der Endzeit, die »in Kürze geschehen soll«. Eine wichtige Rolle spielt darin ein Buch. Nach und nach werden dessen sieben Siegel geöffnet, jedes Mal geschehen furchterregende Dinge: Seltsame Pferde tauchen auf, Erdbeben durchschütteln die Erde. Als das Lamm das siebte Siegel öffnet, setzt sich eine wahrhaft apokalyptische Szenerie in Gang. Wer heute von einem Buch mit sieben Siegeln spricht, meint meist nicht den apokalyptischen Inhalt, sondern ein geheimnisvolles oder schwer verständliches Buch.

»Ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln.« (Offenbarung 5, 1 )

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