15.03.2019
Diakonische Werke

Diakonie Neuendettelsau und Diakoniewerk Schwäbisch Hall fusionieren

Die Diakoniewerke Neuendettelsau und Schwäbisch Hall schließen sich zum 1. Juli 2019 zusammen. Hinter dem Schritt steckt vor allem eine Überlegung.
Händeschütteln

Die Fusion der Diakoniewerke Neuendettelsau und Schwäbisch Hall ist entschieden. Die zusammengeschlossenen Werke werden ab 1. Juli 2019 eines der größten diakonischen Unternehmen Deutschlands mit rund 10.000 Mitarbeitenden bilden. Sowohl das Kuratorium des bayerischen Diakoniewerks Neuendettelsau als auch die Mitgliederversammlung des württembergischen Diakoniewerks Schwäbisch Hall haben der Fusion Anfang der Woche zugestimmt, teilte die Diakonie Neuendettelsau mit.

Zur Bildung des gemeinsamen Unternehmens müssten noch Zustimmungen von Behörden und Ämtern eingeholt werden. Zudem seien noch zahlreiche Details zu klären, heißt es in der Pressemitteilung. Das fusionierte Werk werde sich zukünftig mit einer neuen Marke präsentieren, die in der kommenden Woche vorgestellt werden soll. Das evangelisch-lutherische Diakoniewerk Neuendettelsau beschäftigt derzeit rund 7.800 Menschen, das evangelische Diakoniewerk Schwäbisch Hall etwa 2.300.

Fusion der Diakonie Neuendettelsau und Schwäbisch Hall aus strategischen Gründen

Beiden Sozialwerken gehe es wirtschaftlich gut, hatte der Neuendettelsauer Vorstandsvorsitzende Mathias Hartmann vorab erklärt. Trotzdem versprächen sich beide von einem Zusammengehen strategische Vorteile für die Zukunft. Vor allem für die jeweiligen Klinik-Bereiche wäre dies eine nachhaltige Perspektive. "Auf Dauer sind wir mit unseren 750 Betten sowie Schwäbisch Hall mit seinen 500 Betten jeweils allein zu klein für den immer härteren Klinikmarkt", sagte Hartmann.

Die "kritische Größe" für nachhaltiges Wirtschaften liege bei 1.000 bis 1.500 Betten. Es sei nicht so, dass "ein großer Partner den kleineren schluckt", sagte Hartmann. Es solle auch mehrere Unternehmenssitze geben: "Zwei Traditions-Diakonien gründen etwas völlig Neues."

Zur mittelfränkischen Diakonie Neuendettelsau gehören Seniorenheime, Behinderteneinrichtungen, mehrere Schulen, Kliniken sowie die Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth. Das Diakoniewerk Schwäbisch Hall betreibt neben dem Krankenhaus in Schwäbisch Hall eine Ausbildungsstätte für Pflegeberufe. Darüber hinaus hat es die Arbeitsbereiche Altenhilfe und ambulante Pflege.

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