Mit einem Dank an die Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, das 80-jährige Bestehen der EKD gewürdigt. "Ihr macht unsere Kirche lebendig", sagte Fehrs anlässlich des Jubiläums am Sonntag, 31. August 2025.

Die Hamburger Bischöfin, seit November 2024 im Amt, betonte zugleich die Notwendigkeit der Erinnerung und Aufarbeitung. Ein Jubiläum erinnere nicht nur an Erfolgsgeschichten, "sondern auch an unsere Schuld im Nationalsozialismus und an die Verantwortung im Umgang mit sexualisierter Gewalt". Dank sprach sie insbesondere jenen aus, die diese Arbeit "unermüdlich vorantreiben".

Rückblick auf die Gründung 1945

Die EKD wurde Ende August 1945 in Treysa (Hessen) als Zusammenschluss lutherischer, reformierter und unierter Landeskirchen gegründet – nur wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Unter der Leitung des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm bildete sich ein zwölfköpfiger Rat, zu dessen ersten Mitgliedern unter anderem Martin Niemöller und Gustav Heinemann gehörten.

Schon im Oktober 1945 bekannte die junge Kirche mit der "Stuttgarter Schulderklärung" eine Mitschuld an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Damit öffnete sich die EKD für die ökumenische Gemeinschaft und ebnete den Weg für internationale Hilfen.

1948 erhielt die EKD in Eisenach mit einer Grundordnung ihre rechtliche Gestalt, im gleichen Jahr trat sie dem neu gegründeten Ökumenischen Rat der Kirchen bei.

Meilensteine in acht Jahrzehnten

Zu den prägenden Schritten der EKD zählen das "Wort zur Schuld an Israel" von 1950, das erstmals die Mitschuld der Kirche an den NS-Verbrechen an den Juden ausdrücklich benannte, sowie die Einführung der Hilfsaktion "Brot für die Welt" 1959. Mit der "Ostdenkschrift" von 1965 förderte die EKD die Annäherung an Polen.

Ein tiefer Einschnitt war 1969 die Gründung eines eigenen Kirchenbundes in der DDR, ehe 1991 die Wiedervereinigung der evangelischen Kirche in Ost und West vollzogen wurde. In den folgenden Jahrzehnten setzte die EKD Akzente mit sozialethischen Denkschriften, ökumenischen Initiativen und Reformprozessen wie dem Impulspapier "Kirche der Freiheit" (2006).

Auch personell markierte die EKD Entwicklungen: 2009 wurde Margot Käßmann als erste Frau Ratsvorsitzende, seit 2021 sind mit Präses Anna-Nicole Heinrich, der damaligen Ratsvorsitzenden Annette Kurschus und deren Stellvertreterin und heutigen Vorsitzenden Fehrs erstmals alle Spitzenämter weiblich besetzt gewesen.

Blick nach vorn

Heute zählt die EKD 20 Gliedkirchen. Angesichts von Mitgliederrückgang und gesellschaftlichem Wandel setzt die Kirchenleitung auf Vernetzung, Kooperation und eine stärkere Konzentration auf Kernaufgaben. Fehrs nannte in diesem Zusammenhang das Reformprojekt "Synergie 2.0".

"Unsere Kirche bleibt in Bewegung", sagte die Ratsvorsitzende. Die eigentliche Feier zum Jubiläum bestehe darin, "dass wir gemeinsam unterwegs sind – im Vertrauen auf Christus und im Dienst an den Menschen in unserer Gesellschaft".