17.05.2019
ELKB Tarifanpassung

Gehaltserhöhung für Mitarbeitende der Landeskirche

Die Angestellten der bayerischen evangelischen Landeskirche erhalten insgesamt 7,8 Prozent mehr Gehalt bis zum Jahr 2021. Dies gilt rückwirkend zum 1. März 2019, wie die Arbeitsrechtliche Kommission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) laut einer Mitteilung beschlossen hat.
Sparschwein Geld Sparen

Damit übernimmt die ELKB für die kirchlichen Angestellten den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes der Länder vom März 2019. Anders als in diesem will die Kirche das Weihnachtsgeld jedoch nicht auf dem Niveau von 2018 einfrieren, sondern diese Leistung dynamisch erhalten.

Kirchliche Angestellte, die nach der Kirchlichen Dienstvertragsordnung (DiVO) bezahlt werden, erhalten rückwirkend ab 1. März 2019 zunächst 3,01 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 100 Euro monatlich. Ab 1. März 2020 steigt der Lohn um weitere 3,12 Prozent, mindestens 90 Euro.

Im Jahr 2021 gibt es eine weitere Erhöhung um 1,29 Prozent, mindestens 50 Euro. Auch die Entgelte der Auszubildenden steigen: 2019 und 2020 um jeweils 50 Euro im Monat.

Damit bleibe die Kirche "auch weiterhin als Arbeitgeberin attraktiv", sagte der Leiter des Landeskirchenamts Nikolaus Blum. Neben der "beachtlichen Gehaltssteigerung" profitierten Kirchenmitarbeitende von weiteren Vorteilen. Dazu zählten etwa zusätzliche Feiertage, die dynamische Jahressonderzahlung von bis zu 80 Prozent eines Monatslohns und die beitragsfreie Altersvorsorge durch die Evangelische Zusatzversorgungskasse.

Auch Klaus Klemm vom Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bayern nannte es erfreulich, dass das Weihnachtsgeld nicht eingefroren wird. Damit seien angestellte und verbeamtete Mitarbeitende auch künftig gleichgestellt - anders als beim Freistaat Bayern. Dies sei ein

"starkes Zeichen für die die Dienstgemeinschaft in der ELKB", sagte Klemm laut Mitteilung.

Mitarbeitende der Diakonie in Bayern erhalten bereits seit April 2,6 Prozent mehr Lohn. Über die Tarifanpassung bei der Diakonie über 2019 hinaus will die Kommission demnächst entscheiden. Die Arbeitsrechtliche Kommission ist das oberste Tarifgremium für die ELKB und die Diakonie in Bayern. Ihre Entscheidungen betreffen nach eigenen Angaben rund 120.000 Mitarbeitende.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Landeskirche

Oberkirchenrat Stefan Reimers, Personalchef der ELKB, und Pfarrerin Corinna Hektor, Vorsitzende des Pfarrer- und Pfarrerinnenvereins
Die bayerische evangelische Landeskirche kommt immer stärker in eine finanzielle Zwickmühle: Während die Einnahmen langfristig sinken, bleiben die Ausgaben, vor allem im Personalbereich, auf hohem Niveau. Um die finanzielle Zukunftsfähigkeit der Kirche zu erhalten, stellt die Landeskirche die Versorgungsleistungen für Pfarrer und Kirchenbeamte, wie etwa die Pensionen, auf den Prüfstand, erläutert der kirchliche Personalchef Stefan Reimers. Diese Überlegungen stoßen bei Corinna Hektor, der ersten Vorsitzenden des bayerischen Pfarrer- und Pfarrerinnenvereins, auf deutliche Kritik. Ein Interview.

Landeskirche

Pfarrerin
Autor
Die bayerische evangelischen Landeskirche steht vor einer neuen Landestellenplanung. Keine einfache Aufgabe, denn es müssen demografische und städtebauliche Entwicklungen berücksichtigt werden, aber auch Aspekte des kirchlichen Reformprozesses "Profil und Konzentration" sowie der berufsübergreifenden Zusammenarbeit.

Zukunft der Kirche

Die bayerische Landeskirche verändert sich. Allein 2016 hat sie rund 48.500 Mitglieder verloren. Gründe dafür sind die demografische Entwicklung, aber auch die fortschreitende Säkularisierung der Gesellschaft. Andererseits gehören in Bayern immer noch rund 2,4 Millionen Menschen der evangelischen Kirche an – so viele wie im Jahr 1970. Während die Kirche damals nur 1.400 Pfarrerinnen und Pfarrer zählte, ist die Zahl inzwischen auf rund 2.400 angewachsen. Der Reformprozess "Profil und Konzentration" untersucht diesen Wandel – und möchte Anstoß geben für Veränderungen.