Digitale Kirche
Der christliche Glaube ist vielfältig. Wir stellen evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer vor, die sich mit ihrer "digitalen Gemeinde" auf Instagram vernetzen.
Theologinnen und Theologen Instagram Medientipp

Pfarrer*innen auf Instagram

Vor zehn Jahren wurde die Social Media Plattform "Instagram" gegründet. Heute bestimmt Instagram wie kein anderes Medium die Kommunikation.

Viele evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer nutzen inzwischen Social Media für ihre Arbeit. Wir haben uns die Instagram-Accounts genauer angesehen. Diese Theolog*innen solltet Ihr kennen.

"Seligkeitsdinge_"

Josephine Teske

23.516 Abonnent*innen, 250 Beiträge, 2-3 monatliche Posts (Erster 29.12.2017)

Statement

  • Pastorin in der Nordkirche (Schleswig-Holstein)
  • Lebensliebhaberin, Selbstbezeichnung: Feministin und Singlemom
  • Teil von herz.netz.werk, Podcast für Predigten

Gesamteindruck

Der Account ist sehr kommunikativ und enthält viele, sehr persönliche Stories. Pfarrerin Josephine Teske gibt ermunternde Einblicke in das Leben als alleinerziehende Mutter und Pastorin. Der Feed ist bunt gemischt. Neben Selfies tauchen (unkenntlich gemachte) Fotos von ihren Kindern und der Arbeit als Pastorin in der Gemeinde auf. Darüber hinaus prägen die Beiträge eine beeindruckende Intimität und Authentizität.

In summa: Der Account wirkt sehr nahbar, er ist nicht besonders "professionell" – doch scheint dieser Eindruck auch der Anspruch von Josephine zu sein: authentisch und nahbar eben.

Hier geht's zu ihrem Profil bei Instagram.

"theresaliebt"

Theresa Brückner

17.939 Abonnent*innen, 1.910 Beiträge, 4-5 monatliche Posts (Erster: 27.03.2013)

Statement

  • Instagrammebles Leben und Lieben
  • lebt in Berlin (Tempelhof-Schöneberg)
  • Selbstbezeichnung: zwischen Alltagsmama und Pfarrerin
  • Teil des yeet-netzwerks und "Brot & Liebe" (digitale Ökumene, zwei Länder und Kirchen, ein Projekt)

Gesamteindruck

Theresa Brückner gibt tiefgründige Impulse zu theologischen und politischen Themen (z.B. Sünde und Schuld, Corona). Der rosa-pastellfarbige Feedverlauf hat einen eindeutigen Wiedererkennungswert. Theresa kommuniziert regelmäßig über private Stories mit ihrer Community und berichtet über ihren Alltag als Frau, Mutter und Pfarrerin. Der Account bietet eine interessante Mischung aus gleichmäßigem Stil (Farbe und Schriftzug), privaten Bildern und professionellen  Bildern in Talar oder Kolarhemd.

In summa: Der Account reflektiert tiefgreifende Glaubensfragen und bindet diese in das Alltagsleben und politisch-gesellschaftliche Leben ein. Insgesamt wirkt der Account fröhlich, aufgeschlossen und tiefgründig.

Hier geht's zu ihrem Profil bei Instagram.

"andersamen"

Ellen und Steffi Radke

11.776 Abonnent*innen,  58 Beiträge, 2-3 monatliche Posts mit Pausen (Erster: 01.12.2016)

Statement

  • Pastorinnen mit Kind, "also so Sachen mit Kirche"
  • Leben als Regenbogenfamilie
  • Leben auf dem Dorf
  • Youtube

Gesamteindruck

Der Account von Ellen und Steffi Radke wirkt auf den ersten Blick verspielt und "unaufgeräumt". Eine erkennbare Linie sucht man zunächst vergeblich im Feed. Zu sehen ist eine bunte Mischung aus "Selfies", die das Leben als lesbisches Paar porträtieren, Fotos mit Babybauch und Fotos aus einem humorig wirkenden Gemeindeleben. Der YouTube-Channel erklärt die Breitenwirkung des Accounts. Christliche Beiträge gibt es nur wenige.

In summa: Das Paar wirkt aufgeschlossen und fröhlich. Etwas rätselhaft bleibt, warum das Leben als lesbisches Paar über den beruflichen Status als "Pfarrerin" thematisiert wird. Offenbar ist es immer noch etwas Besonderes, lesbisch zu leben und Pfarrerin zu sein.

Hier geht's zu ihrem Profil bei Instagram.

"Pastor.engel"

Gunnar Engel

9.0251 Abonnent*innen, 212 Beiträge, 2-3 monatliche Posts (Erster: 14.02.2017)

Statement

  • Christ, Ehemann, Pastor und verheiratet mit anniangelista 
  • #hopesquad, #1517straßenbande
  • Linktree (Bible study, Verweis auf eigenes Buch "Follower", Predigten)

Gesamteindruck

Gunnar Engel präsentiert einen ästhetischen Feed mit einer ausgewogenen Mischung von privaten und geistigen Inhalten. Der Schwerpunkt liegt auf theologischen Impulsen (IGTV-Videos) mit evangelikaler Stoßkraft.

In summa: Der Account wirkt stilvoll und professionell. Der Fokus liegt deutlich auf Verkündigung und Kommunikation geistiger Inhalte. 

Hier geht's zur Seite bei Instagram. 

"Was ist der Mensch“

Jörg Niesner

6.809 Abonnent*innen, 399 Beiträge, 9-10 monatliche Posts, (Erster: 26.09.2017)

Statement

  • 36 Jahre alt und evangelischer Pfarrer
  • Selbstaussage: "Ich sag ja immer: Augen auf bei der Berufswahl! Ich z.B. esse beruflich Kuchen"
  • Teil des yeet-netzwerks und Tellonym

Gesamteindruck

Auf den ersten Blick ist der Account von Jörg Niesner ein sachlicher und unauffälliger Feed ohne erkennbaren roten Faden, vielleicht kommt er gerade deshalb so sympathisch rüber. Viele Beiträge erinnern an Twitterpostings, es werden spontane, kurze Tweets zu Anlässen verfasst, selten gibt es dazu kleine theologische Impulse.

In summa: Der Account erscheint nüchtern, aber munter und besteht ohne viel "Chichi".

Hier geht's zu seiner Seite bei Instagram. 

"pfarrerausplastik"

Nicolai Opifanti

6.012 Abonnent*innen, 334 Beiträge, 3-4 monatliche Posts (Erster: 10.07.2012)

Statement

  • verliebt in Kathrin
  • Pfarrer, gewöhnlicher Dude und "coffeelover"
  • #Kirchebewegdich
  • Teil des yeet-netzwerks

Gesamteindruck

Der Account von Nicolai Opifanti alias pfarrerausplastik wirkt erfrischend und sehr ästhetisch. Der Pfarrer zeigt sich als Selfie und kommuniziert seine Lebenserfahrungen. Persönliche Gedanken werden mit einer bestärkenden Botschaft verknüpft.

In summa: Der Account wirkt auf den ersten Blick zwar selbstbezogen, doch liegt in diesem persönlichen Zugang auch die besondere Stärke. 

Hier geht's zu seiner Seite bei Instagram. 

"ja.und.amen"

Maike Schöfer

5.432 Abonnent*innen, 232 Beiträge, 7-8 monatliche Posts (Erster: 13.06.2018)

Statement

Gesamteindruck

Maike Schöfer bietet unter ja.und.amen einen facettenreichen Account, der seinesgleichen sucht. Alle Fotos werden in einen weißen Rahmen gesetzt und bekommen dadurch eine besondere Optik. Maike kommuniziert über Stories, ihr Fokus liegt auf feministischen und antipatriarchalischen Themen und einer christlichen Neuauslegung.

In summa: Der Account hat einen interessanten Look ("urban Berlin Style") und zeigt ein klares Profil mit Fokus auf gesellschaftspolitische Fragen der Gegenwart.

Hier geht's zu ihrer Seite bei Instagram.

"einschpunk"

Nico Ballmann

5.348 Abonnent*innen, 104 Beiträge, 1-2 monatliche Posts (Erster: 27.03.2013)

Statement

  • Reformierter Pfarrer in Köln
  • Liebe für Käsekuchen und guten Whiskey
  • #ansprechbar
  • Teil des yeet-netzwerks und netzwerk.ruach.jetzt  
  • Linktree (online Gottesdienste, Artikel Kölnische Rundschau, Tellonym u.a.)

Gesamteindruck

Nico Ballmann konzentriert sich mit seinem Account einschpunk auf das Alltagsleben als Pfarrer: Er gibt theologische Impulse und möchte das kirchliche Leben erklären (z.B. Kirchenjahr).

In summa: Der Account wirkt etwas unscheinbar. Doch dann wird deutlich, dass der besondere Wert nicht auf der äußeren Gestaltung (Feed, Ästhetik) liegt, sondern auf dem Inhalt.

Hier geht's zu seiner Seite bei Instagram. 

"juliandthechurch"

Julia Schnizlein

4.037 Abonnent*innen, 109 Beiträge, 2 monatliche Posts (Erster: 24.04.2018)

Statement

Gesamteindruck

Julia Schnitzlein gibt auf ihrem Account juliaandthechurch Einblick in ihr Pfarrleben: Sie zeigt sich im Talar und spricht über ihren Glauben. Außerdem schildert sie ihr Familienleben. Der bunte Feed einer jungen Pfarrerin, die leidenschaftliche Mutter und ein fröhlicher Mensch ist.

In summa: Der Account stellt den Pfarrberuf in den Mittelpunkt und führt hinter die Kulissen des Berufs und die Rolle als Pfarrerin.

Hier geht's zu ihrer Seite bei Instagram.

"riegeros"

Veronika Rieger

3.944 Abonennt*innen, 245 Beiträge, 5-10 monatliche Posts (Erster:  10.02.2016)

Statement

Gesamteindruck

Veronika Riegers Instagram-Account ist bunt, laut und mutig. Hier ist Platz für die Themen, die in der (digitalen) Kirchen-Bubble oft untergehen oder gemieden werden, weil sie vermeintlich nicht zum christlichen Glauben passen. Veronika hinterfragt das und ruft auf zum Gespräch: über Liebe, Körper, Feminismus, Fasten und vieles mehr.  Als politische, queere Theologin ist sie sicht- und ansprechbar für eine bunte Community.

In summa: Eine wichtige Stimme in der digitalen Kirche, gepaart mit einer fröhlichen Ästhetik und Aktivismus.

Hier geht's zum Account.

"alpha_und_oh_mega"

Alexander Brandl

1.770 Abonnent*innen, 64 Beiträge, 1-2 monatliche Posts (Erster: 01.06.2020)

Statement

  • Vikar in München
  • "real life, fake blond, god bless"
  • Selfies mit Sinn
  • yeet_netzwerk

Gesamteindruck

Never judge a book by its cover: Das kann man von Alex' Instagram-Account "alpha_und_oh_mega" lernen. Zuerst sind da jede Menge Selfies zu sehen: Vikar Alex mit oder ohne Talar und an seinem Markenzeichen erkennbar: blond gefärbte Haare. Aber wer seine Posts genauer anschaut, sieht, dass mehr dahinter steckt als nur eine spontanes Foto. Die Beschreibungen unter seinen Posts nutzt er, um seine Gedanken mit der Community zu teilen. Das ist mal mehr, mal weniger persönlich, mal aktuell und mal nicht, aber nie platt oder langweilig. Zudem ist er im Podcast "Gott or not" zu hören. Da geht es unter anderem um Mystik, Sündenlehre und Alex' Entscheidung, Pfarrer zu werden. 

In summa: Ein spannender Account, der zum Nachdenken über Glaubensthemen anregen will und das sehr gut macht.

Alex' Account findet ihr hier.

Alex Brandl

"wynschkind" und "pynk_pastor"

Chris Schlicht und Max Bode

wynschkind: 3.563 Abonnent*innen, 93 Beiträge, 1-2 monatlich Posts (Erster:  07.10.2016) 

pynk_pastor:  2.068 Abonnent*innen, 106 Beiträge, 1 monatlicher Post (Erster:  03.11.2012)

Statement

  • Co-Pfarrer in Bremerhaven
  • Gemeinsamer Podcast: "Liebe, Altaaar"
  • #zuhausekirche
  • yeet_netzwerk

Gesamteindruck

Chris und Max kennen sich aus dem Studium und teilen sich ihre erste Pfarrstelle. Gemeinsam räumen sie mit Klischees über Pfarrer*innen und Kirche auf. Unterwegs in ihrer Stadt Bremerhaven kann man die beiden Pastoren auf dem Longboard antreffen oder beim alternativen Gottesdienstfeiern (am liebsten ohne Talar) in der "Zuhausekirche". Das Motto: möglichst lebensnah, offen und humorvoll auf die Menschen zugehen.  

In summa: Zwei sympathische Pastoren zeigt, dass Kirche auch Spaß machen darf und sich ein Gottesdienst anfühlen soll wie nach Hause kommen.

Hier geht's zum Instagram-Account von Chris. Und hier ist der von Max.

Chris Schlicht und Max Bode

Der Artikel wurde im August 2021 aktualisiert.

Medientipp

Weitere Artikel zum Thema:

#Digitalekirche

Newsletter Medientipp
Bekommen Sie exklusive Medientipps mit unserem Newsletter. Sie erhalten einmal wöchentlich die wichtigsten Nachrichten aus Kirche, Religion, Gesellschaft, Soziales, Kultur, Umwelt und Medien. Und können Ihre digitale Arbeit verbessern.

„Sonntags“ – Der kompakte Überblick

Starten Sie mit unserem Newsletter in die Woche.

 
Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis.*