In deutschen Großstädten sinkt die Zahl der Christen kontinuierlich. In den 81 Großstädten in Deutschland von Aachen bis Würzburg sind katholische und evangelische Gläubige immer häufiger in der Minderheit. Das geht aus einer Studie der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) hervor, die im August veröffentlicht wurde.
Für die Studie wurden die Daten der Melderegister zum Jahresende 2024 ausgewertet. Erfasst wurden insgesamt 81 Großstädte. Diese repräsentieren etwa ein Drittel der gesamten Bevölkerung in Deutschland.
Katholische und Evangelische bilden der Studie zufolge noch in zehn Großstädten die Mehrheit. Dazu gehören etwa Paderborn, Trier, aber auch Würzburg oder Regensburg. Im vergangenen Jahr hat sich die Lage aber weiter verschoben, zeigen die Statistiken.
So schrumpft die Zahl der Christen in vielen Orten weiter. In Koblenz, Oberhausen, Osnabrück und Siegen ist die Mehrheit der Bewohner*innen inzwischen nicht mehr christlich geprägt.
Zahlen für Bayern
In Augsburg leben der Studie zufolge 41 Prozent Christen, in Erlangen 43 Prozent, in Fürth und Ingolstadt 42 Prozent, in Nürnberg knapp 39 Prozent, in München knapp 32 Prozent.
Verhältnismäßig gut da steht Regensburg mit 50 Prozent. (Prozentzahlen nach unten gerundet)
Konfessionen in Deutschland
Einer weiteren Fowid-Studie zufolge verändern sich die Zahlen der Religionsgemeinschaften weiter. Ende 2024 lebten in Deutschland etwa 23,7 Prozent Katholiken, 21,5 Prozent Evangelische. Gezählt wurden zudem die Muslime mit 3,9 Prozent, weitere Religionsgemeinschaften mit 4,1 Prozent und Konfessionsfreie mit 46,8 Prozent der Bevölkerung.
Die Daten der Studien sind allerdings nur Annäherung. Denn es liegen keine genauen Daten vor. So werden per Melderegister etwa nicht die muslimische oder konfessionsfreie Anteile gemessen.
Auch die Evangelische und Katholische Kirchen liefern nur Schätzungen, die sich wiederum an den Zahlen der Melderegister orientieren. Gleichwohl zeigen die Zahlen den Wissenschaftler*innen zufolge belastbare Trends.