Mit einem 2:1-Erfolg über Dänemark hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft das Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft 2025 erreicht. Mit dabei: Sarai Linder, Defensivspielerin beim VfL Wolfsburg und Teil des aktuellen DFB-Kaders.
Für die 26-Jährige ist es nach der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris bereits das zweite große Turnier mit der Nationalelf – und jedes Mal eine Herzenssache. "Man könnte mir zehn Tage auf den Malediven schenken – ich würde lieber ein Turnier spielen", sagte sie dem ZDF.
Glaube ist wichtiger als Fußball
Trotz ihrer Leidenschaft für den Fußball betont Linder: Er ist nicht das Wichtigste im Leben. In der ZDF-Dokumentation "Kopfsache", die im Vorfeld der EM ausgestrahlt wurde, sprach sie offen über ihren christlichen Glauben – und darüber, welche Bedeutung er für sie persönlich und im sportlichen Alltag hat.
"Wenn ich daheim bin, gehe ich total gerne in den Gottesdienst", erzählt Linder. Ihr Glaube helfe ihr, den Kopf freizubekommen.
"Ich weiß – das wollen wahrscheinlich nicht alle Trainer hören – dass Fußball nicht das Einzige auf der Welt ist."
Dieser Perspektivwechsel nehme ihr viel Druck: "Ich darf einen Fehlpass spielen, ich darf ein schlechtes Spiel haben. Denn Fußball ist nicht alles."
Die Rückbindung an Gott gibt Linder laut eigener Aussage Stabilität, gerade in Phasen, in denen es sportlich nicht rundläuft. "Ich denke mir: Okay, Gott hat mir das Talent geschenkt, er wird einen Grund dafür haben. Auch, wenn es mal Down-Phasen gibt, kann ich sie akzeptieren", sagt sie.
Oft zeige sich erst im Nachhinein, wofür schwierige Zeiten gut gewesen seien.
Glaube hilft Ruhe zu bewahren
Linder gehört innerhalb des Nationalteams zu einer kleinen Gruppe gläubiger Spielerinnen, die sich auch gegenseitig stärken, erklärt sie. Gleichzeitig will sie sich klar abgrenzen von bloßem Aberglauben: Ihr Glaube sei für sie keine Glücksformel – sondern eine Quelle innerer Kraft.
Auch mentale Stärke ist für sie ein entscheidender Erfolgsfaktor im Profisport. "Es bringt nichts, wenn ich 100 Prozent fit bin, aber der Kopf streikt", sagt sie in der ZDF-Doku. Ihr Glaube helfe ihr dabei, auch in Drucksituationen die Ruhe zu bewahren – auf und neben dem Platz.