3.03.2018
Emnid-Studie

Religionsunterricht in Bayern mit Umfrage untersucht

Mit einer repräsentativen Umfrage hat die bayerische Landeskirche die Bedeutung des Religionsunterricht für die Menschen im Freistaat untersuchen lassen. Die Ergebnisse im Überblick - und welche Schlüsse der für Schulen zuständige Oberkirchenrat Detlev Bierbaum daraus zieht.

Zwei Drittel der Menschen in Bayern (65 Prozent) befürworten laut einer repräsentativen Studie den Religionsunterricht als ordentliches Schulfach. Wie das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid im Auftrag der bayerischen Landeskirche herausgefunden hat, ist die Zahl der Befürworter mit 71 Prozent in Niederbayern und der Oberpfalz sowie mit 73 Prozent in Oberfranken besonders hoch. In Schwaben hielten dagegen nur 59 Prozent der Befragten Unterricht in Religion für richtig, sagte die Bielefelder Studienleiterin Kristina Hollmann bei der Vorstellung der Umfrage-Ergebnisse.

25 Prozent der Bayern ab 18 Jahren lehnten den Religionsunterricht laut Studie ab. Das gebe ihm zu denken, sagte der für Schulen zuständige Oberkirchenrat Detlev Bierbaum. "Wir müssen uns schon fragen, warum es da Gegenwind gibt." Die Gründe müssten jedoch differenziert betrachten werden, mahnte er. Vor allem ältere Menschen hätten sich gegen den Religionsunterricht ausgesprochen. "Das kann damit zusammhängen, dass der Religionsunterricht damals schlicht und ergreifend schlecht war." Die Akzeptanz und Bedeutung des Fachs für die Schülerinnen und Schüler heute sehe er nicht gefährdet.

 

Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, in der bayerischen Landeskirche für den Bildungsbereich zuständig, über die Ergebnisse der Emnid-Umfrage zum Religionsunterricht in Bayern. Im Interview erklärt er außerdem, warum das Schulfach besonders wichtig ist.

80 Prozent der Evangelischen pro Religionsunterricht

Unter den evangelischen Befragten seien 80 Prozent für das Fach Religion, erläuterte Projektleiterin Hollmann. Die Befürworter gaben als Gründe in erster Linie an, dass jeder Mensch das Recht auf religiöse Bildung habe und der Religionsunterricht den Schülern wichtige Werte vermittle. Die Gegner des Religionsunterrichts bezogen sich laut Hollmann insbesondere darauf, dass Religion Privatsache sei. Für die Studie wurden 1.000 Menschen aus Bayern ab 18 Jahren befragt.

Die Meinungsforscher fragten die Menschen auch nach ihrem früheren Lieblingsfach in der Schule. Dabei landete Religion mit nur 38 Prozent auf dem vorletzten Platz der Beliebtheitsskala. Schlechter schnitt nur Physik (32 Prozent) ab.

Landeskirche will Religionsunterricht verbessern

"Wir müssen an den Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler dran sein", mahnte Bierbaum. Es sei ein großes Anliegen, den Religionsunterrricht weiterzuentwickeln. Dieser müsse beispielsweise noch stärker auf Entwicklungen wie die Globalisierung oder Digitalisierung eingehen. Angesichts des demografischen Wandels und weltanschaulicher Pluralität brauche es außerdem einen Religionsunterricht, der "noch stärker dialogisch, konfessions- und religionssensibel" angelegt sei.

In Bayern unterrichten den Angaben zufolge rund 6.000 staatliche und kirchliche Lehrer jede Woche rund 340.000 Schülerinnen und Schüler. Diesen müsse auch künftig ein "qualitativ hochwertiger Unterricht" angeboten werden, der es ihnen ermöglichen soll, "auch in Glaubensfragen sprachfähig zu sein", sagte der Theologe.

Projekt "Religionsunterricht 2026"

Die Studie ist Teil des Projekts "Religionsunterricht 2026 - Weiterentwicklung des Religionsunterrichts", mit dem die Landeskirche den evangelischen Religionsunterricht verbessern will. Die Ergebnisse sollen im Herbst 2018 vorgestellt werden.

ShareFacebookTwitterGoogle+Share

Weitere Artikel zum Thema: