Der Tag des offenen Denkmals 2025 steht unter dem Motto "Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?" In Bayern werden am Sonntag, 14. September, wieder zahlreiche Bauwerke, Kirchen, Klöster die Tore öffnen, aber auch an Brücken oder Gutshöfen Führungen angeboten, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf ihrer Homepage mit.
Bei Gemünden können Interessierte etwa Überreste des in den 1930er-Jahren geplanten Autobahnabschnitts zwischen Bad Hersfeld und Würzburg, der "Strecke 46, besichtigen. Weil sie keine militärische Bedeutung hatte, wurden dort 1938 die Arbeiter vom Bau abgezogen und kurz vor Kriegsbeginn die Bauarbeiten eingestellt. Die Trasse und 47 Bauwerke sind noch erkennbar. Die Strecke 46 sei europaweit einmalig und stehe unter Denkmalschutz, heißt es.
Zu entdecken gibt es auch den historischen Kirchberg in Aschfeld bei Eußenheim (Landkreis Main-Spessart). Die sogenannte Flieh- und Wehrburg aus dem 15. Jahrhundert besteht aus 20 Gaden und Kellern, einem Wehrturm sowie einem Steinbruch.
Kirchtürme und jüdisches Museum
Viele Kirchen bieten Besucherinnen und Besuchern an, auf ihre Kirchtürme zu steigen. Dazu gehören mehrere Kirchen im Süden Nürnbergs: Die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche, die Kirche St. Peter sowie die Christuskirche.
Auf dem Alten Jüdischen Friedhof von 1607 in Fürth können Interessierte bei einer Führung mehr über jüdische Begräbnisriten, über die Bedeutung der Grabsymbolik und über die Lebenswege der Persönlichkeiten, die dort beerdigt sind, erfahren.
Im jüdischen Museum Franken in Schnaittach wird es um die Geschichte und die religiösen Praktiken der Gemeinde sowie um den religiösen Alltag jüdischer Familien gehen. Das jüdische Museum lädt auch zu einem Stadtrundgang "Wovon Häuser erzählen" in Schwabach ein. Die Führung vermittele Spannendes über bedeutende Gelehrte, das gefahrenreiche Leben jüdischer Hoffaktoren und über den "Hexenmeister von Schwabach". Start ist um 14 Uhr am Museum in Schwabach.
Ein Industriedenkmal ist am "Tag des Offenen Denkmals" im Landkreis Nürnberger Land zugänglich: Der Brückkanal wurde für die Überbrückung des Schwarzachtals beim Bau des Ludwig-Donau-Main-Kanals 1841 fertiggestellt. Er hat eine Länge von 90 Metern, ist sechs Meter breit und hat eine Bogenhöhe von 17 Metern. Er kann vom Raum innerhalb des Brückenpfeilers aus von unten betrachtet werden.
Von Bundesfinanzhof bis Kloster
Ebenfalls geöffnet ist der Dienstsitz des Bundesfinanzhofs im sogenannten Fleischer-Schlösschen in München-Bogenhausen. Der klassizistische Herrschaftsbau war zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Wohn- und Gesellschaftshaus des Kunstmalers Ernst Philipp Fleischer konzipiert, jedoch nicht fertiggestellt worden, heißt es im Programm. Das Gebäude steht seit 1979, der Garten seit 2023 unter Denkmalschutz.
Zu den Higlights des Programms in Bayern zählen die Veranstalter auch Besichtigungen in der Zisterzienserinnen-Abtei bei Waldsassen. Das Zisterzienserkloster wurde 1133 durch Markgraf Diepold III. von Vohburg gestiftet. 1704 wurde es durch einen barocken Klosterneubau ersetzt. 60 Jahre nach der Säkularisierung wurde das Kloster mit Zisterzienserinnen aus Seligenthal wiederbesiedelt.
Der materielle Wert eines Denkmals sei messbar, erklärt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die diesjährige Leitidee. Aber auch was niedrig bemessen werde, könne "zur unbezahlbaren Pracht oder zum unverkäuflichen Allgemeingut werden". Die Stiftung will am Aktionstag aufklären, wozu es Denkmalschutz brauche und wer ein Denkmal unter Schutz stelle, heißt es im Begleitwort.
(om/epd)