Wer in Mehr Opium fürs Volk sanfte Erbauungsliteratur erwartet, wird schnell merken: Hier schreibt einer, der bewusst stört. Und das mit Lust. Schon der programmatische Einstieg – "Florett und Kettensäge" – setzt den Ton für eine Kolumnensammlung, die sich zwischen feiner Ironie und brachialer Zuspitzung bewegt.

 

Der Theologe Ralf Frisch versammelt 24 (plus einige neue) Texte, die größtenteils ursprünglich für sonntagsblatt.de entstanden sind. Sie kreisen um Kirche, Glauben und Gegenwart – und um die Frage, warum kirchliche Kommunikation oft so unerquicklich zahm daherkommt.

Frischs Diagnose ist scharf: zu viel Weichzeichner, zu wenig Mut zur klaren, auch riskanten Rede.

Ralf Frisch kultiviert in seinen Texten Provokation als geistliche Methode, denn er glaubt, dass Denken Reibung braucht – und er liefert sie. Dabei greift er immer wieder auf philosophische Gewährsleute wie Hans Blumenberg oder Theodor W. Adorno zurück, ohne akademisch schwer zu werden.

Seine Texte bleiben zugänglich, oft pointiert, manchmal polemisch – und nicht selten überraschend witzig.    

Autor: Ralf Frisch

Ralf Frisch ist Professor für Systematische Theologie und Philosophie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Er beschäftigt sich mit den Grundfragen des christlichen Glaubens und den Grenzfragen menschlichen Daseins – leidenschaftlich, pointiert und selten langweilig, wie er selbst sagt. Frisch ist Gründungsmitglied des Forums Kirche & Theologie, das reformatorische Gegenakzente gegen Gottesvergessenheit und Moralismus in Theologie und Kirche setzt.