20.11.2016
Streit um Welterbe

Die Palästinensische Autonomiebehörde will Israel zur Rückgabe der Qumran-Handschriften auffordern. Der Fundort soll Welterbe im künftigen Staat Palästina werden.
Die Höhlen von Qumran.
Die Höhlen von Qumran.

Die Palästinensische Autonomiebehörde will Israel zur Rückgabe der Qumran-Handschriften auffordern. Der Fundort soll Welterbe im künftigen Staat Palästina werden.

Die zwischen 1947 und 1956 in Felshöhlen am Toten Meer bei Qumran entdeckten Schriftrollen aus der Zeit zwischen 250 vor und 40 nach Christi Geburt gehören zu den ältesten erhaltenen Bibelaufzeichnungen. Wie israelische Medien berichten, soll ein entsprechender Antrag bei der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) eingereicht werden.

Qumran stand vor 1967 unter britischer und später unter jordanischer Verwaltung. Palästinenser betrachten das heute von Israel kontrollierte Gebiet als Teil des von ihnen geforderten Staats. Für Qumran soll bei der Unesco der Status als Welterbe beantragt werden.

Gegenwärtig sind die Schriftrollen im Besitz der Israelischen Antikenbehörde. Teile der Handschriften werden im Jerusalemer Israel-Museum gezeigt.

Israels Vertreter bei der Unesco, Carmel Shama-Hacohen, bezeichnete das Vorhaben als »provokativ und dreist«. Die Handschriften seien ein bedeutender archäologischer Beleg für die jüdische Präsenz im Heiligen Land. Die Palästinensische Autonomiebehörde versuche immer wieder, »unsere historischen Verbindungen mit unserem Land auszulöschen«.

Auch Jordanien hatte 2010 vergeblich versucht, die Schriftrollen für sich zu beanspruchen. Israel hatte die Region mit dem Fundort der Schriftrollen 1967 im Sechs-Tage-Krieg erobert.

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Sonntagsblatt