Sieht so ein Waffenstillstand aus? Erstmals seit April hat der Iran am vergangenen Sonntag wieder Israel mit Raketensalven überzogen. Jedes der ballistischen Geschosse hätte ganze Wohnblocks zerstören und Hunderte Menschen töten können. Doch der hoch entwickelte Schutzschild des Landes konnte die meisten der Projektile abfangen.
US-Präsident Donald Trump, nach eigener Einschätzung der größte "Dealmaker" aller Zeiten, wiegelte ab und sagte, die Angriffe hätten keinerlei Auswirkungen auf die Verhandlungen mit dem Iran: "We’re gonna make a great deal." Dass ein Abkommen mit den islamistischen Machthabern im Iran in greifbarer Nähe sei, hat er seit März schon gefühlte 37 Mal behauptet. Er, so Trump, habe das alleinige Sagen und werde Israels Premier Netanjahu eine Vergeltung verbieten. Doch der hielt sich keineswegs daran. Und in Teheran rieb man sich die Hände über den offenkundigen Dissens zwischen Washington und Jerusalem.
"Frieden" um jeden Preis
In den US-Umfragen zu den im Herbst anstehenden "Midterm"-Wahlen liegen die Demokraten in den Umfragen klar vorn. Der Groll der Amerikaner über hohe Spritpreise, Inflation und eine auf der Stelle tretende Wirtschaft steigt – und unter den Republikanern geht die Angst um. Dass Trump vor diesem Hintergrund einen sich verschärfenden Konflikt scheut und zu einem "Frieden" um praktisch jeden Preis bereit ist, wissen auch die Islamisten in Teheran. Die von ihnen erkannte Schwäche des großsprecherischen US-Präsidenten kostet das Mullah-Regime mit seiner Geiselnahme des Golfs schon seit Wochen genüsslich aus.
Man kann es nicht oft genug betonen: Die Gewalt, die Vernichtungslust geht und ging auch diesmal nicht von Israel aus. "Die Juden" sind auch nicht schuld an den hohen Spritpreisen, was auch in Deutschland immer mehr Menschen glauben.
Die Hisbollah ist auf dem Weg in die Niederlage
Teherans Kalkül ist es, die Hisbollah, und damit die eigene Machtbasis im Libanon, zu retten. Denn die Hisbollah ist tatsächlich auf dem Weg in die Niederlage. Nicht nur durch den israelischen militärischen Druck, sondern auch innenpolitisch: Die Menschen im Libanon haben die Nase voll von der iranisch gesponserten Miliz, die ein ganzes Land seit Jahren im Würgegriff hält.
Dass die gegenwärtige US-Regierung in dieser Frage durchaus uneins ist, bewies Außenminister Rubio, der betonte: "Nur sehr dumme Länder würden nicht zurückschießen, wenn auf sie gefeuert wird."
Teheraner Regime ist an Kompromissen nicht interessiert
Entscheidend ist aber diese Erkenntnis, die dem US-Präsidenten offenkundig fehlt: Die islamistische Ideologie der Mullahs lässt sich nicht durch "Deals" einhegen. Das Teheraner Regime ist an Kompromissen nicht interessiert. Was die iranischen Machthaber treibt, ist das Generalziel, Israel auszulöschen. Auch Verhandlungen sind da nur Etappen im Verlauf dieses großen Kriegs im Namen Allahs.