Vor einzigartiger Kulisse spielte Peter Maffay am Montag ein exklusives Benefizkonzert. Anlass waren 80 Jahre XXXLutz, 40 Jahre Weingut am Stein und zugleich das 80. gemeinsame Charity-Projekt zwischen dem Möbelhausriesen und der Peter Maffay Stiftung.

Was das Konzert so besonders machte: Es war das erste Mal, dass Peter Maffay in einem Weinberg auftrat – ein echtes Novum in seiner langen Karriere. Die besondere Atmosphäre des Ortes, das sommerliche Ambiente und die Nähe zum Publikum machten das Konzert zu einem intimen Erlebnis mit großer Strahlkraft. Im Gepäck hatten der 75-Jährige und seine Band eine breite Auswahl großer Hits aus 50 Jahren. Mit seiner ersten, 1970 erschienenen Single "Du" begann der zweistündige Auftritt. Dann ging es Schlag auf Schlag: "Sonne in der Nacht", "Karneval der Nacht", "Und es war Sommer" - keiner der großen Hits fehlte.

Die Band zeigte sich bestens aufgelegt und in Spiellaune, Maffay selbst immer noch erstaunlich kraftvoll bei Stimme. Die Show im Weinberg wurde zur Familienveranstaltung. Mit dabei hatte der Sänger nicht nur Sohn Yaris als Backingsänger mit auf der Bühne, sondern auch Ehefrau Hendrikje Balsmeyer und die kleine Tochter Anouk, die ihren Vater vom Bühnenrand beobachtete und ihn dabei sogar aus der Fassung brachte.

Seit 25 Jahren gemeinsame Benefizveranstaltungen

Schon bei der Begrüßung zusammen mit der Winzerfamilie Knoll, dem Nürnberger Starkoch Alexander Herrmann und Helmut Götz, Mitglied der Geschäftsführung der XXXL Unternehmensgruppe wurde deutlich, dass die langjährige Zusammenarbeit zwischen Peter Maffay und dem Möbelhaus weit mehr als nur eine Geschäftspartnerschaft ist. Sie ist vielmehr ein Beispiel für tiefes Engagement für wohltätige Zwecke. Eine Partnerschaft, die laut Peter Maffay "sehr, sehr wertvoll" ist und seit einem Vierteljahrhundert besteht.

Helmut Götz betont eindringlich: "Es ist Vertrauen in erster Linie und das ist das Wissen, was da passiert.". Dieses Fundament habe sie über Jahrzehnte getragen. Götz bewundert Peter Maffays Haltung und seinen "persönlichen Einsatz" für die Peter Maffay Stiftung: "Ich habe in dieser Zeit immer seine Haltung zu diesem Thema bewundert, weil mir nicht klar war, wie viel Zeit, wie viel Engagement, wie viel Herzblut er sich trotz seines Künstlerseins genau dafür nimmt.". Aus diesen gemeinsamen Werten sei im Laufe der Jahre sogar "Freundschaft gewachsen", und die "größte Kraft" entstehe "aus der Gemeinsamkeit".

Beide Partner legen Wert auf langfristige Planung und ernsthaftes Engagement. Peter Maffay hob hervor, dass sie bewusst mit Akteuren zusammenarbeiten, die nicht nur auf "den Effekt schielen, um sich einen guten Anschein zu verpassen". Solch ein oberflächliches Bestreben "entlarvt sich ja an und für sich ziemlich schnell, wenn man lange zusammen ist". Ihre Vision ist es, ein "stabiles Konstrukt" zu schaffen, das die Arbeit der Stiftung auch dann fortführt, wenn sie selbst einmal nicht mehr dabei sein können. Maffay bringt es auf den Punkt: "Das fängt man nicht am Montag an, um Dienstag wieder aufzuhören." Die Betreuung von 1200 bis 1400 Kindern jährlich in vier Einrichtungen erfordert nicht nur erheblichen finanziellen Einsatz, sondern auch eine umfassende "Vernetzung hinein in die Wirtschaft, in die Politik".

Kompletter Erlös aus Ticketverkäufen für Station Regenbogen

Helmut Götz berichtete, dass fast 3000 Karten verkauft wurden und der Erlös ursprünglich geteilt werden sollte: eine Hälfte für die Peter Maffay Stiftung und die andere für die Universitätsklinik Würzburg, speziell die "Station Regenbogen, die sich wirklich um Kinder kümmert, die in einer fürchterlichen Situation sind". Peter Maffay jedoch überraschte mit einer Korrektur des Plans, die seine Großzügigkeit und Empathie verdeutlichte: "Wir haben uns entschlossen, unsere Seite den Anteil, der heute zustande kommt und der Stiftung zugeflossen wäre, dem Klinikum zu überlassen." Er begründete dies mit den Worten: "Ich glaube, da ist es im Augenblick gut aufgehoben. Und da die Herrschaften da unten im Klinikum sowieso den ganzen Krach erdulden müssen, hoffe ich, dass das eine kleine Wiederholung machen wird."

Maffay mit Band im Weingut am Stein in Würzburg
Peter Maffay rockte mit Band im Weingut am Stein in Würzburg bei seinem ersten Weinbergskonzert.

Appell an den Frieden

Auf der Bühne standen Spontaneität und Spielfreude im Vordergrund. Jedoch mischten sich auch ernste Töne in den Hit-Reigen: Vor seinem Klassiker "Eiszeit", der 1982 inmitten der Anti-Atomkraft-Bewegung entstanden war, kritisierte Peter Maffay scharf die aktuelle globale Aufrüstung und die damit verbundene Rhetorik. Maffay fordert dazu auf, Vernunft und Mitgefühl walten zu lassen, anstatt sich von der Behauptung verwirren zu lassen, Aufrüstung sei unvermeidlich oder notwendig. Er erinnerte an die Friedensbewegungen der 1980er Jahre, als Millionen gegen die nukleare Bedrohung demonstrierten und Abrüstung erreicht wurde, und warnte davor, dass die gegenwärtigen Entwicklungen zu einem globalen Konflikt eskalieren könnten.

Maffay betonte die Verantwortung, künftige Generationen vor diesem "Wahnsinn" zu schützen: "Das kann und darf zu keiner Lösung führen. Der Herrgott hat uns den Verstand gegeben. Er hat uns das Gefühl gegeben, unser Herz, und davon sollten wir uns leiten lassen und von nichts anderem. Einige wenige schrauben an diesen Schrauben und wollen uns glauben machen, dass es unerlässlich ist aufzurüsten."

Maffay erinnerte sich an die Lage vor rund 40 Jahren: "Wir hatten das alles schon in den 80er-Jahren. Als die atomale Bedrohung auf beiden Seiten überhandnahm, gingen Millionen von Menschen auf die Straße und haben dagegen angekämpft. Aber jetzt wiederholt es sich, und schon wieder gibt es ein paar, die danach schreien, uns unter unseren Hintern, auf gut Deutsch gesagt, neue Raketen zu verpflanzen. Damit würden wir den Konflikt, den globalen, nur anheizen, und irgendwann gerät es aus den Fugen. Irgendeiner drückt absichtlich oder auch nicht auf irgendeinen Knopf und macht das Puff und dann sind wir weg." Abschließend betonte er: "Das wollen wir nicht, und wir wollen unsere Kinder beschützen vor diesem Wahnsinn."

Peter Maffay, Peter Keller, Ken Taylor und JB Meiers live in Würzburg.
Peter Maffay, Peter Keller, Ken Taylor und JB Meiers live in Würzburg.

Hoher Erlös aus dem Konzert

Dank XXXLutz und Peter Maffay doppelte Freude über die doppelte Spendensumme bei der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder e.V an der Universitäts-Klinik Würzburg: Die Möbelhäuser mit dem Roten Stuhl haben wenige Wochen nach dem Gastspiel der Maffay-Band den kompletten Erlös ihres mit rund 3000 Besucherinnen und Besuchern restlos ausverkauften Jubiläums-Benefizkonzerts mit Peter Maffay und Band gespendet. Zusammengekommen sind 140.930,51 Euro, auch weil Peter Maffay auf die ursprünglich für seine Kinderstiftung vorgesehene Hälfte verzichtete und das Geld stattdessen bewusst in der Region belassen wollte. So ist es nicht nur ein buchstäblicher XXXL-Betrag, sondern die größte Einzelspende in der Geschichte des Vereins, der kleine Patienten und deren Angehörige auf ebenso vielfältige wie besondere Art unterstützt.
 
„Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, jenen Menschen unter uns zu helfen, für die mit der Diagnose Krebs von einem auf den anderen Tag nichts mehr ist, wie es einmal war. Für die erkrankten Kinder, aber auch für die Familien beginnt mit solch einem Tag eine neue, ja, auch niederschmetternde Zeitrechnung – die Elterninitiative hilft in dieser Zeit und auch darüber hinaus mit tollen Angeboten, unterstützt so Patienten sowie Angehörige. Und das alles im perfekten Zusammenspiel mit den Medizinern der Uni-Klinik in Würzburg“, sagte Helmuth Götz, Mitglied der Geschäftsführung bei XXXLutz.
 
Das Möbelhandelsunternehmen betreibt in der Region Mainfranken in Würzburg, Schweinfurt, Haßfurt, Hirschaid und Obernburg nicht nur fünf Einrichtungshäuser, sondern hat seinen Deutschland-Sitz auch in der Domstadt. „Unser großer Dank geht auch an Peter Maffay, der spontan am Konzert gesagt hatte, dass er den für seine Stiftung gedachten Spendenbetrag direkt an die Elterninitiative weiterreicht. Auch er ist wie wir bei XXXLutz davon überzeugt, dass das Geld hier in die richtigen Hände kommt“, sagte Götz, der vor zwölf Jahren bereits einmal eine Spende von XXXLutz aus einem Benefizkonzert mit Unheilig in Höhe von 25.000 Euro an die Elterninitiative übergeben hatte: „Und wir werden uns wieder sehen, versprochen!“
XXXLutz übergibt 140.930,51 Euro
Helmuth Götz, Mitglied der Geschäftsführung bei XXXLutz (rechts) bei der Spendenübergabe.