25.05.2018
Kunst in der Kirche

Gerhard Mayer gestaltet neues Altarbild für St. Maria in Unternzenn

Eine ganze Gemeinde gab ihr neues Altarbild in Auftrag. Beim Gottesdienst an Pfingstsonntag wurde es in Anwesenheit des Künstlers Gerhard Mayer und des landeskirchlichen Kunstbeauftragten Helmut Braun enthüllt. Dieses demokratische Kunstereignis beendete eine gut einjährige Entwicklung in Unternzenn, einem Ortsteil von Obernzenn im Dekanatsbezirk Bad Windsheim.
"Auferstehung" des Nürnberger Künstler Gerhard Mayer
Dreidimensionale geometrische Elemente formieren sich zu Figuren aus Bibel und Glaubenswelt. Der Nürnberger Künstler Gerhard Mayer hat einen unverkennbaren persönlichen Stil entwickelt, an dem der Betrachter seine Werke erkennen kann – und die Inhalte, um die es geht. Moderne und Tradition schließen sich keineswegs aus.

Auf den ungewöhnlichen Schaffensprozess ließ sich keineswegs lediglich malender Nachwuchs ein. Erfolgreicher Teilnehmer an der Prozedur ist der renommierte Nürnberger Künstler Gerhard Mayer. Der stellte bereits im Museum für Kunst und Design in Nürnberg, in wichtigen Kunstvereinen des deutschsprachigen Raums und an beiden US-amerikanischen Küsten aus. Zu dieser seiner Prominenz kommt ein biografischer Bezug zwischen Mayer und dem mittelfränkischen Örtchen: Im Roten Schloss Obernzenn hatte er vor 25 Jahren seine erste Einzelausstellung.

Doch vorwärts in die jüngere Vergangenheit! Am Osterfest vor zehn Jahren gab es einen Schwelbrand in der Pfarrkirche St. Maria in Unternzenn. Das Feuer zog das Altargemälde stark in Mitleidenschaft. Die anschließende Restaurierung des Kirchenkunstwerks enttäuschte die Gemeinde: Das Bild schien weiterhin über und über schwarz zu sein, wenn es nicht, wegen seiner allzu glatten Oberfläche, silbern spiegelte. In der Kirchengemeinde entstand rasch Einigkeit, dass "wir uns ein neues malen lassen", fasst die zuständige Pfarrerin Wiebke Schmolinsky aus Unteraltenbernheim heute die damalige Reaktion zusammen. Die Gemeinde sammelte konsequent Geld für dieses neue Bild.

Gerhard Mayer gewinnt Künstlerwettbewerb von St. Maria

Im April vorigen Jahres schalteten die Unternzenner dann den Landeskirchlichen Kunstreferenten Helmut Braun ein. Der Kirchenrat ermutigte die Gemeinde zu einem Künstlerwettbewerb. Dieser Wettbewerb sollte zu einem bestimmten Thema ausgeschrieben werden, und auf dieses Thema einigte sich die Gemeinde in einer denkbar umfassenden Umfrage: Jedes Mitglied "ab Konfirmation", so Pfarrerin Wiebke Schmolinsky, wurde einzeln angeschrieben.

Hier wurde die Frage gestellt: "Welches Thema, welche Aussage, welche Botschaft, welches Motiv soll Ihnen und dir vor Augen sein, wenn Sie und du in der Kirche sind und auf den Altar schauen?"

Zur Auswahl standen in alphabetischer Reihenfolge die Motive der Auferstehung, Freude, Himmelfahrt, Lebensfreude, Lebenskraft, Licht, Nächstenliebe, Ostern und Weihnachten. Nicht zur Disposition stand ein weiteres naheliegendes Thema. Aber: "Kreuzigungsdarstellungen haben wir schon mehrere in der Kirche", erinnerte Schmolinsky. Mit ganz großer Mehrheit sprach die Kirchengemeinde sich für den Themenkreis "Auferstehung, Freude, Lebensfreude, Licht" aus.

"Auferstehung" von Gerhard Mayer vorgestellt

Nun kam Kunstreferent Helmut Braun wieder ins Spiel. Der schlug aus seiner Kenntnis der bayerischen Ateliers drei Künstler als Wettbewerbsteilnehmer vor. Der Kirchenvorstand und Braun erläuterten den Berufenen im Oktober 2017 das Thema, dann machten diese sich an die Entwurfsarbeit.

"Da das Altarbild nicht so groß ist, haben die Künstler gleich ein fertiges Altarbild gemalt", berichtet Wiebke Schmolinsky. Im März habe man sich "nach einem intensiven und für uns alle herrlichen und bereichernden Gespräch" einstimmig für das Bild "Auferstehung" von Gerhard Mayer aus Nürnberg entschieden. Die anderen beiden Künstler erhielten ein Entwurfshonorar.

Am Pfingstsonntag stellten Mayer und Braun das neue Altarbild im Gottesdienst und in anschließenden Gesprächen vor. Das Fazit von Pfarrerin Wiebke Schmolinsky lautet: "Wir hatten uns vorgenommen, einstimmig zu entscheiden. Das haben wir jetzt getan!"

 

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