31.08.2020
Unterricht in Corona-Zeiten

Söder berät sich mit "Schulfamilie" über Schulstart: Teilweise Maskenpflicht beschlossen

An diesem Montag trifft sich die "Schulfamilie" in der Staatskanzlei, um unter anderem über eine Maskenpflicht im Unterricht zu beraten. Lehrerverbände warnen nun davor, dass die pädagogische Arbeit unter einer solchen Maskenpflicht leiden könnte.
Unterricht in der Schule (Symbolbild)

Update 13.26 Uhr: In Bayern wird es für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen zum Schulstart für die ersten zwei Unterrichtswochen eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts geben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Montag in München, es gehe darum, "die richtige Balance zu finden zwischen Schutz und Sicherheit" und gleichzeitig den Bildungsauftrag zu erfüllen. An den Grundschulen im Freistaat wird es für die Erst- bis Viertklässler keine Maskenpflicht im Unterricht geben. Für alle Schularten und Altersklassen gilt weiterhin, dass ein Mund-Nasen-Schutz im Nahverkehr, auf dem Schulweg, auf Schulgängen, Toiletten und dem Pausenhof verpflichtend ist. 

Söder berät mit "Schulfamilie" über Maskenpflicht und Schulstart

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) sieht eine längerfristige Maskenpflicht im Schulunterricht kritisch. Das Tragen von Masken im Unterricht erschwere und verhindere in vielen Lehr- und Lernsituationen das pädagogische Arbeiten, teilten die Vorsitzenden der Lehrerverbände in einer Mitteilung vom Sonntag mit.

"Es kann daher nur eine regional und zeitlich begrenzte Maßnahme darstellen und muss, gemeinsam mit allen Maßnahmen des Hygieneplans, permanent auf den Prüfstand gestellt werden."

Maskenpflicht im Unterricht

Eine mögliche Maskenpflicht sei nur ein Baustein im Maßnahmenkatalog, teilte der abl weiter mit. Neben ihr müssten auch an anderer Stelle die Anstrengungen erhöht werden, wie zum Beispiel bei Plexiglaswänden, Luftreinigungsanlagen, Einzeltischen oder automatischen Desinfektionsmittelspendern. Es brauche bestmögliche Unterrichtsbedingungen für die Schüler.

Daher brauche es ein abgestuftes Verfahren, bei dem die Schutzmaßnahmen regelmäßig überprüft und an das regionale Infektionsgeschehen angepasst werden.

München: Treffen in der Staatskanzlei

Für diesen Montag (31. August) hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die "Schulfamilie" in die Staatskanzlei geladen, darunter Minister, Lehrerverbände, Schuldirektoren, Schüler und Eltern, um über den anstehenden Schulstart und den Unterricht unter Corona-Bedingungen zu sprechen.

Bei dem Treffen soll auch eine Entscheidung über eine mögliche Maskenpflicht getroffen werden. Maskenpflicht herrscht derzeit bereits auf dem Pausenhof und im Schulgebäude, noch nicht allerdings am eigenen Platz im Klassenraum.

Einer Maskenpflicht im Schulunterricht steht Söder offen gegenüber. Die Maske sei ein einfaches, aber auch effektives Mittel, um drohende Schulschließungen zu verhindern, sagte der Ministerpräsident im Interview mit den "Nürnberger Nachrichten" (Samstagsausgabe).

"Der Regelunterricht ist einfach wichtig. Das Lernen und In-die-Schule-Gehen darf nicht verlernt werden."

Er sagte aber auch, dass es wichtig sei, regionale Unterschiede in Bayern zu berücksichtigen.

Der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband, der Bayerische Realschullehrerverband, die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern an.

Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten nach eigenen Angaben die Interessen von rund 60.000 Lehrkräften im Freistaat.

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