Die angekündigte Neuausrichtung der Kommunikationsarbeit in der bayerischen evangelischen Landeskirche nimmt konkrete Formen an. Oberkirchenrat Stefan Blumtritt und der Direktor des Evangelischen Presseverbands für Bayern (EPV), Roland Gertz, demonstrierten am Mittwoch vor der in Bayreuth tagenden Landessynode mit einem gemeinsamen Statement Einigkeit: "Uns beiden ist es wichtig, dass es auch in Zukunft beides gibt: Organisationskommunikation und Evangelische Publizistik", sagte Blumtritt. Nach Wochen der öffentlichen Auseinandersetzung habe man den angekündigten Gesprächsfaden aufgenommen und sei inzwischen in engem Dialog - "klar und verlässlich, offen und auch kontrovers, vor allem aber zukunftsorientiert".
Es sei wichtig, konstruktiv nach vorn zu blicken und den gemeinsamen Gesprächsfaden zu verstetigen, um gemeinsam offene Fragen einvernehmlich zu klären und klare Aufträge abzustimmen, sagte Gertz. Außerdem sei es wichtig, dass die beiden Bereiche Kommunikation und EPV in engem Austausch stünden und dass gegenseitig Brücken gebaut würden - durch Inhalte und durch Personen. Gertz kündigte an, dass die Synode in den Transformationsprozess einbezogen werde. Geplant sei eine synodale Begleitgruppe, die bei der Herbsttagung Ende November der Synode berichten könne.
epd-Landesdienst wird weiter finanziert
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) hatte am 13. Februar bekannt gegeben, die Zuwendungen an den EPV mit seinen derzeit rund 50 Mitarbeitenden angesichts veränderter "finanzieller und medialer Rahmenbedingungen" zum Jahresende zu streichen und die Kommunikation über ihre eigene Arbeit auszubauen. Ausgenommen von den Streichungen waren von Anfang an der Landesdienst Bayern der Nachrichtenagentur "Evangelischer Pressedienst" (epd) sowie Teile der Rundfunkarbeit. Zuletzt hatte der EPV einen allgemeinen jährlichen Zuschuss von rund 2,6 Millionen Euro von der Landeskirche erhalten. Die Entscheidung hatte zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen EPV und Landeskirchenrat geführt. Auch bei der Synodentagung war die Kontroverse Thema.
Blumtritt sagte vor der Synode über die Zukunft des EPV, dass der epd "im bestehenden Rahmen fortgeführt und auch weiter von der ELKB finanziert" werde. Auch die Arbeit der Evangelischen Funk-Agentur (efa) und des Evangelischen Fernsehens (efs) werde künftig im EPV fortgeführt. Das "Sonntagsblatt" sei auf einem guten Weg, sich ab Ende des Jahres finanziell selbst zu tragen. Für den Claudius Verlag, der noch nie am institutionellen Zuschuss der Landeskirche beteiligt gewesen sei, gebe es die Perspektive des Drucks und des Vertriebs der bayerischen/sächsischen Ausgabe des neuen Evangelischen Gesangbuchs ab 2028.
EPV soll mehr zum medialen Dienstleister werden
Über den Bereich Online - vor allem sonntagsblatt.de und die Social-Media-Kanäle - gebe es noch Gespräche, sagte Blumtritt. "Wohlwissend, dass es keine ganz schnellen Lösungen geben wird, stehen wir dafür ein, dass die Finanzierung dieser Bereiche durch die ELKB nicht zum 31. Dezember 2026 enden wird." Andere Produkte des EPV müssten sich außerhalb des regulären landeskirchlichen Zuschusses finanzieren. Zugleich betonte Blumtritt, dass sich alle Bereiche im EPV weiterhin "agil und zukunftsorientiert" weiterentwickeln müssten. Außerdem sei es wichtig, dass der EPV noch stärker als bisher zum medialen Dienstleister für die Landeskirche werde.