Wie bereits berichtet, ist das sogenannte "Familieninfluencing" derzeit so beliebt wie auch umstritten. Immer mehr Eltern teilen Inhalte mit und über ihre Kinder in den sozialen Medien und erzielen damit Reichweite, Likes und teilweise auch Einnahmen.
Kinder auf Social Media schützen: Warum Familiencontent zunehmend kritisiert wird
Problematisch daran ist, dass Kinder in vielen Fällen nicht bewusst und aktiv in diese Veröffentlichung einwilligen können. Gleichzeitig entstehen aus solchen Inhalten erhebliche Risiken: Diese reichen von der unkontrollierten Weiterverarbeitung von Bildern bis hin zu Deepfakes oder der missbräuchlichen Nutzung in sexualisierten Kontexten. Doch auch unabhängig von der Monetarisierung kann die dauerhafte digitale Präsenz erhebliche Auswirkungen auf die Privatsphäre und die spätere Lebensrealität der Kinder haben.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die grundlegende Frage, ob und in welcher Form Kinder in sozialen Medien gezeigt werden sollten.
Neue Weichzeichnen-Funktion in Instagram Edits soll sensible Inhalte schützen
Eine neue Funktion in der Video-App "Reels" von Instagram bietet nun zumindest technische Möglichkeiten, sensible Inhalte besser zu schützen. Dort können Personen in Videos nachträglich unkenntlich gemacht werden – entweder vollständig oder teilweise, beispielsweise nur das Gesicht.
So funktioniert die Weichzeichnen-Funktion:
- Öffne das gewünschte Video in der "Edits"-App.
- Wählt den Bereich "Effekte" aus.
- Klickt auf "Weichzeichnen".
- Die App erkennt automatisch Personen im Video und zensiert diese nach der Generierung.
Es können mehrere Personen gleichzeitig unkenntlich gemacht werden. Über die Einstellungen des Weichzeichnen-Effekts lassen sich nach Abschluss der automatischen Erkennung auch einzelne Personen gezielt auswählen oder ausnehmen.
Zusätzlich können die Intensität, die Farbe und die Transparenz des Blur-Effekts angepasst werden. Die Funktion lässt sich nicht nur auf Personen, sondern auch auf andere sensible Inhalte wie Nummernschilder, Autos, Etiketten oder Tiere anwenden.
Mehr Privatsphäre durch Unkenntlichmachung – aber keine einfache Lösung
Diese Funktion soll nicht dazu ermutigen, mehr Inhalte mit Kindern zu posten. Vielmehr kann sie als Werkzeug verstanden werden, um verantwortungsvoller mit bereits vorhandenem Material umzugehen.
Denn durch gezielte Unkenntlichmachung lassen sich viele identifizierende Merkmale wie Gesichter, Haut- oder Augenfarbe sowie andere persönliche Details verbergen. Dies kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Inhalte sensibel sind oder bestimmte Informationen nicht öffentlich sichtbar sein sollen.
Trotz technischer Möglichkeiten bleibt entscheidend: Der beste Schutz für Kinder in den sozialen Medien beginnt nicht mit Filtern oder Effekten, sondern mit der bewussten Entscheidung, welche Inhalte überhaupt veröffentlicht werden.