Der gelähmte Schauspieler als Entertainer: Samuel Koch stellt sich in den nächsten Tagen mit seinem "Schwerelos"-Programm in Stuttgart und München dieser Herausforderung.

Herr Koch, wie bewahrt man sich - wenn einen ein Unfall in den Rollstuhl gezwungen hat - Leichtigkeit und Humor?

Samuel Koch: Na, ehrlich gesagt, scheint es erstmal so, als kann man es sich gar nicht bewahren. Alles hat seine Zeit; auch das Schwere und Tränen. Liegenbleiben allerdings nicht. Resignation ist quasi das "Einverständnis zum Liegenbleiben". Eine grundsätzliche Resignation habe ich aber Gott sei Dank noch nicht verspürt; dazu bin ich viel zu abenteuerlustig und neugierig darauf, was das Leben noch alles zu bieten hat.

Was ist seit dem Unfall bei Ihnen stärker gewachsen: Ihr Glaube an Gott oder Ihre Zweifel an ihm?

In jeder guten Beziehung zweifelt man, stellt Fragen, diskutiert, wächst aneinander und miteinander - so ist es auch beim Glauben. Den Tiefpunkt meines Lebens habe ich vermutlich und hoffentlich schon erreicht und überwunden. In einer Krisensituation wird man gezwungen, sich selbst und die alten Antworten infrage zu stellen und zu schauen, was übrig bleibt. Vermutlich ist mein Glaube an Gott durch meinen Zweifel gewachsen.

Sie treten demnächst mit Ihrer Show "Schwerelos" in Stuttgart und München auf. Wollen Sie dort nur unterhalten - oder geht es um mehr?

Mein Team und ich sagen oft, das Programm ist Valuetainment. Also Werte (value) und Unterhaltung (Entertainment) miteinander verwoben. Auf der Bühne gibt es Impulse, Schauspiel, Situp-Comedy, Musik - und gleichzeitig ist es ein interaktiver Abend über die Kraft des Umdenkens. Das Publikum entscheidet, über ein Abstimmungstool, wie es weiter geht und welche Abwehrkräfte über Schwere sie näher kennenlernen möchten. Alle sollen nicht nur während des Abends, sondern langfristig ihre Schwere los werden und leichter nach Hause gehen.

 

 

Hier geht es zu den Terminen der Schwerelos-Tour

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