1.05.2006
Innehalten - wahrnehmen - erleben

Exerzitien für vier Tage

Mal innehalten im Alltagsstress, in die Tiefe gehen, statt immer nur an der Oberfläche bleiben - das wünschen sich viele Menschen. Geistliche Übungen, sogenannte Exerzitien, sind ein gutes Mittel dafür. Hier gibt es Tipps, wie man seine Sinne schärft, um sein Leben intensiver wahrzunehmen - und dabei Spuren von Gottes Wirken in seinem Alltag entdecken kann.
Vater und Kind stehen unter einem Obstbaum
Einen Baum betrachten, seine Rinde unter den Fingern spüren - viele Exerzitien kann man gut in seinen Alltag einbauen.

1. Tag
Mehrmals täglich spontan kurz innehalten. Nehmen Sie sich dabei aufmerksam wahr: Ihre körperliche Haltung, Ihr Körperempfinden, den Atem, Ihre Gedanken und Gefühle ... Tun Sie es mit liebevoller Aufmerksamkeit, mit einem inneren Lächeln, ohne selbst auferlegten Leistungsdruck.

In der täglichen Gebetszeit: Bewusst auf diese Wahrnehmungsübung zurückblicken – wie ging es, was hat sich in mir getan? Hat sich das Erleben des Tages dadurch verändert?

2. Tag
Achten Sie – entweder in einer separaten Zeit oder »auf dem Weg« – auf Ihr Gehen. Stellen Sie sich nicht das Gehen vor, seien Sie beim Gehen mit Ihrer Aufmerksamkeit dabei. Es geht um den Gesamtvorgang, nicht um die Einzelbewegungen: dabei sein, da sein. Es kann auch helfen, die Aufmerksamkeit auf, das heißt unter die Fußsohlen zu richten. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals.

In der täglichen Gebetszeit: Was hat sich durch den bewussten Bodenkontakt verändert?

Dossier

Spiritualität und Mystik

In unserem Dossier »Spiritualität« finden Sie Artikel rund um die christliche Frömmigkeitspraxis. Dazu gehören Pilgern und Meditation, spirituelle Impulse und neue Formen der Gottesbegegnung. Hier geht es zum gesamten Dossier.

3. Tag
Fünf Minuten nur schauen und betrachten – in der Natur: einen Ast, eine Blume, einen kleinen Wasserlauf ... – oder in der Stadt: ein Gebäude, einen Platz ... Bleiben Sie dabei, ohne Gedanken nachzugehen, sondern nur wahrnehmend und verweilend. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals. Und: Riechen Sie
immer wieder einmal bewusst.

In der täglichen Gebetszeit: Was hat sich durch die bewusste Wahrnehmung der Umwelt verändert?

4. Tag
Fünf oder zehn Minuten nur hören, tasten und fühlen – den Wind auf der Haut, den Stamm eines Baumes, die Beschaffenheit eines Stoffes, die Blätter eines Strauches ... Wiederholen Sie auch diese Übung mehrmals.

In der täglichen Gebetszeit: Was hat sich durch die sinnlichen Erfahrungen ergeben? Hat sich das Erleben des Tages dadurch verändert?

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