29. April 2021
Einbürgerung

Weniger Einbürgerungen in Bayern - Rumänen sind größte Gruppe unter neuen deutschen Staatsbürgern

2020 haben sich weniger Menschen in Bayern einbürgern lassen als 2019. Hauptgrund ist, dass nicht mehr so viele Briten einen deutschen Pass beantragt haben. Insgesamt bleibt die Zahl der Einbürgerungen laut Innenminister Herrmann auf hohem Niveau.
Die Welt in den Haenden, Migrationspakt

Insgesamt 20.192 Menschen sind im vergangenen Jahr in Bayern eingebürgert worden. Dies waren knapp vier Prozent oder 785 Menschen weniger als im Jahr 2019, wie das Statistische Landesamt in Fürth mitteilte. Zum ersten Mal stammten die meisten Eingebürgerten aus Rumänien.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten, waren Frauen: 10.743 gegenüber 9.449 Männern. Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann (CSU) nannte die mehr als 20.000 Einbürgerungen ein "starkes Zeichen erfolgreicher Integration".

Einbürgerung in Bayern 2020

Die 2.257 ehemaligen Rumänen machten 11 Prozent der Eingebürgerten aus. Rund 80 Prozent aller Eingebürgerten waren jünger als 45 Jahre. Die meisten Einbürgerungen verzeichneten die Regierungsbezirke Oberbayern (10.752), Mittelfranken (3.202) und Schwaben (2.219) aufgrund der hohen Ausländeranteile der Großstädte München, Nürnberg und Augsburg.

Zwar sei die Zahl der Einbürgerungen gegenüber 2019 (20.977 Menschen) leicht gesunken, sagte Herrmann. Dennoch liege sie deutlich über den Zahlen der Vorjahre: 2018 wurden rund 18.100 Menschen und 2017 rund 15.600 Menschen in Bayern eingebürgert. Der kurzfristige Rückgang hänge auch mit Corona zusammen, da die Einbürgerungsbehörden bei der Pandemiebewältigung geholfen und dadurch weniger Einbürgerungsanträge hätten bearbeiten können. Zudem hätten sich nicht mehr so viele Briten einbürgern lassen.

Herkunft der Eingebürgerten

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der Eingebürgerten behielten zusätzlich zur deutschen ihre frühere Staatsangehörigkeit bei. 61 Prozent der Eingebürgerten stammten aus der Europäischen Union, im Jahr zuvor waren es nur 44 Prozent gewesen. Dies liege vor allem daran, dass das Vereinigte Königreich nicht mehr der EU angehöre und nun statistisch bei den Drittstaaten erfasst werde, sagte Herrmann.

27 Prozent der Eingebürgerten stammten aus Asien, 8 Prozent aus Afrika und 4 Prozent aus Amerika. Jeweils weniger als 1 Prozent kamen ursprünglich aus Australien und Ozeanien, waren staatenlos oder wiesen eine ungeklärte Staatsangehörigkeit auf.

Einwanderung aus der EU

Nach Rumänien zu den häufigsten Herkunftsländern der EU zählten Italien, Polen, Bulgarien und Ungarn. Haupt-Herkunftsstaat außerhalb der EU war die Türkei, gefolgt von den Balkanstaaten in Summe (Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien und Kosovo), dem Irak und dem Vereinigten Königreich.

"Auffällig" nannte das Statistikamt den deutlichen Rückgang der Einbürgerungen von Briten: Waren von 2011 bis 2015 jährlich zwischen 35 und 90 Personen von der Insel eingebürgert worden, stieg die Zahl 2016 - dem Jahr des "Brexit"-Referendums - auf 313 Personen und erreichte 2019 mit 2.087 Einbürgerungen einen Höchstwert. 2020 ließen sich noch 905 Briten einbürgern.

Briten, die bis Ende 2020 die Einbürgerung in Deutschland beantragt hatten, durften noch beide Pässe behalten. Da dieser Übergangszeitraum abgelaufen ist, werde die Zahl der Einbürgerungen aus dem Vereinigten Königreich vermutlich weiter zurückgehen, so das Statistikamt.

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